40 Kasseler Exponate

Von Gedenkmünze bis Salonwagen - So geht Kassel ins Haus der Geschichte ein

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NSU-Opfer : das Kasseler Platzschild im Forum in Leipzig. 

Bei der Stiftung Haus der Geschichte, die Erinnerungen an wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse ausstellt, sind auch 40 Exponate aus Kassel vertreten. Diese gehören dazu:

Ereignisse in Kassel sowie Menschen und Produkte der Stadt haben deutsche Geschichte geschrieben. Das gilt für die Zeit vor und nach dem Mauerfall vor 30 Jahren. Und dies belegt die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit ihren Ausstellungen und Sammlungen. Mit rund 40 Exponaten ist Kassel und sind Kasseler im Haus der Geschichte in Bonn und im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig vertreten.

Das Spektrum reicht von einem Sonderbrief der Post zum deutsch-deutschen Gipfeltreffen von Bundeskanzler Willy Brandt und dem DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph in Kassel (1970) bis hin zum Straßenschild für den Kasseler „Halitplatz“ in Gedenken an den von der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU ermordeten türkischstämmigen Mitbürger Halit Yozgat (2006).

Die Sammlung im  Haus der Geschichte

Die Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, deutsche Zeitgeschichte nach 1945 zu vermitteln. Ihr Anspruch ist es, ein kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft aufzubauen. Die Sammlung umfasst inzwischen rund eine Million Objekte. Gesammelt und gezeigt werden Exponate, die für das zeitgeschichtliche Geschehen im ehemals geteilten und seit 1990 wieder vereinten Deutschland stehen. 

Parkscheibe: Kassel führte sie 1961 als erstes ein. 

Zu sehen sind auch ganz alltägliche Dinge wie die 1961 in Kassel eingeführte Parkscheibe der bundesweit ersten Kurzparkzone. Wer sich einen anschaulichen Eindruck vom Leben in BRD, DDR und der vereinten Republik machen will, ist in den Häusern in Bonn und Leipzig genau richtig. Übrigens ist der Eintritt kostenfrei.

Die Kassel-Exponate im Haus der Geschichte 

In der Objektdatenbank desHauses der Geschichte tauchen rund 40 Sammlungsstücke von Kassel und Kasselern auf. Darunter finden sich documenta-Gedenkmünzen, eine Autogrammkarte von Holger Börner oder auch ein Plakat von Hans Eichel aus dem hessischen Landtagswahlkampf. Ein Ersttagsbrief der Post vom 29. Mai 1991 erinnert an die Eröffnung des IC-Bahnhofs Wilhelmshöhe, gleichsam Startschuss für den ICE-Hochgeschwindigkeitsverkehr in der Republik. 

Das herausragende Exponat aus Kassel ist aber ohne Frage der von der Firma Wegmann gebaute „Salonwagen 10 205“. Er ist als „Kanzlerwagen“ von Adenauer, Brandt und Co. in die deutsche Geschichte eingegangen und wurde schon während des Rohbaus per Kran in das Bonner Haus der Geschichte gehievt (siehe Bericht unten).

Die Kriterien für die Aufnahme im Haus der Geschichte

1986 hat die Stiftung mit dem Aufbau zeithistorischer Sammlungen begonnen. Aufgenommen werden Objekte, die sich dazu eignen, Zeitgeschichte zu dokumentieren und auszustellen. Mindestens drei Kriterien sind laut Stiftung ausschlaggebend dafür, ob ein Gegenstand, Dokument oder Medium Teil der Sammlung wird: Das Objekt muss entweder typisch für seine Zeit oder absolut einmalig oder mit einer besonderen Aussagekraft verbunden sein.

Vor allem seien Objekte spannend, die für sich selbst oder im Zusammenhang mit anderen eine Geschichte erzählen. Bis heute haben rund 40 Exponate von Kassel und Kasselern diese strengen Auswahlkriterien erfüllt.

Vier Museen in drei Städten gehören zum Haus der Geschichte

Vier Museen in drei Städten gehören zur Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: das Haus der Geschichte in Bonn, das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig sowie der Tränenpalast und das Museum in der Kulturbrauerei in Berlin.

Sitz der Stiftung ist das Haus der Geschichte in Bonn. Der Hauptstandort besteht seit 25 Jahren (1994) und ist mit seiner Dauerausstellung und seinen vielen Wechselausstellungen das größte Museum der Stiftung. Das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig wurde im Oktober 1999 eröffnet. Es lädt ebenfalls mit einer Dauerausstellung und mit Wechselausstellungen zum Besuch ein.

Die Ausstellung im historischen Tränenpalast und im Museum der Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg in Berlin kamen 2011 beziehungsweise 2013 dazu.

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