Nach zwei Jahren Sanierungsarbeiten ist das Palais Bellevue wiedereröffnet worden

Haus für den Grimm-Schatz

Kassel. Kassels Grimm-Herz schlägt wieder. Mit einem Festakt ist am Sonntag das Brüder-Grimm-Museum an der Schönen Aussicht wiedereröffnet worden. Zwei Jahre lang war es geschlossen und wurde in dieser Zeit umfangreich renoviert.

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Dabei investierte die Stadt Kassel 1,9 Millionen Euro in die denkmalgerechte Sanierung und neue Erschließung des 300 Jahre alten Barock-Gebäudes durch die angrenzende Remise.

Mit „Bravour“ haben alle, die an den Arbeiten beteiligt waren, eine echte „Herkulesarbeit“ geleistet, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen vor Hunderten von Gästen, die gestern ins Palais Bellevue gekommen waren. Die Eröffnung des Museums geschehe gerade rechtzeitig vor den großen Ereignissen wie der documenta in diesem Sommer, dem Stadtjubiläum im kommenden Jahr, aber vor allem den Grimm-Festlichkeiten anlässlich „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen“, die Ende dieses Jahres starten. Kassel unterstreiche damit einmal mehr seine „Rolle als Hauptstadt der Brüder Grimm“.

Haus auf dem Weinberg

Eröffnungsgäste: In der ersten Reihe (von links) Martin Schmidt (Kasseler Bank) Margit Berghof-Becker mit OB Bertram Hilgen, Werner Neusel, Präsident Grimm-Gesellschaft, und Ehefrau Bärbel sowie Bernhard Lauer (stehend).

Auch auf das nächste Grimm-Kapitel dürfe man sich in Kassel freuen: auf die Grimm-Welt, für die bis 2014 auf dem Weinberg ein neues Haus gebaut werden soll. Die ambitionierten Pläne Kassels begründet Hilgen damit, dass hier der „authentische Ort des Arbeitens und Wirkens“ der Grimms sei.

Als einen „Tag der Freude“ bezeichnete Dr. Werner Neusel, der Präsident der Grimm-Gesellschaft, die Wiedereröffnung des Museums. Das Vakuum der Schließung sei endlich vorbei, und das Thema Grimm nehme neue Fahrt auf. Angesichts des Schatzes, den die Grimms hinterlassen haben, sei dies auch angebracht.

Zum Schluss des Redner-Reigens kam der Leiter des Grimm-Museums, Dr. Bernhard Lauer, an die Reihe und erläuterte die Konzeption der neuen Ausstellung. Sie hat sich um fünf neue Räume auf zehn und damit auf eine Ausstellungsfläche von insgesamt 800 Quadratmeter vergrößert. Neben den Brüdern Jacob und Wilhelm, den Märchensammlern und Begründern der Germanistik als wissenschaftliche Disziplin, wird dem Maler-Bruder Ludwig Emil Grimm im Museum viel Platz eingeräumt. Er gilt mit seinem großen zeichnerischen Werk als ein Chronist seiner Zeit.

Erstmals werden - unter Panzerglas liegend - als wertvolle Glanzstücke im Museum die ersten Auflagen und Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen gezeigt. Die Bücher mit den handschriftlichen Anmerkungen der Grimms sind 2005 von der Unesco zum Weltdokumentenerbe erklärt worden. „Wir haben das Museum als Literaturhaus gestaltet“, erklärte Lauer. Die Gäste konnten es kaum abwarten, das neue Haus endlich zu erkunden.

Geöffnet: dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr.

Von Christina Hein

Rubriklistenbild: © Fischer

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