Schülerforschungszentrum: Kooperationsvertrag für 3,2 Mio.Euro-Bau unterschrieben

Ein Haus für junge Talente

Junge Forscher: Christoph Kellner, Jan-Philipp Weber und Niels Wollenhaupt haben beim Schülerkongress im Kulturbahnhof einen Roboter gebaut. Archivfoto: Träger

Kassel. Seit dem Jahr 2002 forschen Schüler aus Stadt und Landkreis Kassel eigenständig im Physik-Club an ihren Projekten. Sie heimsten für ihre Arbeiten viele Preise ein, unter anderem beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“.Die Initiative dazu ging von Physiklehrer Klaus-Peter Haupt von der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) aus. KP, wie er von den Schülern liebevoll genannt wird, erlebte gestern die Krönung seines Lebenswerks: Ein auf 50 Jahre angelegter Kooperationsvertrag für den Neubau eines 3,2 Mio. Euro teuren Schülerforschungszentrums für die Bereiche Physik, Chemie und Biologie wurde unterschrieben.

Der vom Kasseler Architekturbüro Bieling entworfene dreigeschossige, kubische Bau in unmittelbarer Nähe zur ASS an der Parkstraße soll Kindern und Jugendlichen in Nordhessen zur Verfügung stehen. Dort können sie ihren eigenen Ideen nachgehen und nach Herzenslust experimentieren und forschen. Lehrer sollen dort Fortbildungen erhalten, und es wird zu Vorträgen eingeladen.

Im April soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, im Mai 2012 soll das Gebäude fertig sein. Das Geld stammt aus dem Hochschulinvestitionsprogramm Heureka des Landes Hessen. Die Stadt Kassel steuert das Baugrundstück bei. An den Betriebskosten von jährlich 60 000 Euro beteiligen sich Stadt und Kreis Kassel zu gleichen Teilen. Das Kultusministerium trägt die Kosten für zwei Lehrerstellen, die Uni übernimmt die begleitende Forschung.

Der Bau mit einer Nutzfläche von 637 Quadratmetern ist zum erheblichen Teil auf Initiative des früheren ASS-Schulleiters Max Schön sowie auf Eva Kühne-Hörmann zurückzuführen. 2007, als die Idee geboren wurde, und die Initialzündung auch auf Unipräsident Rolf-Dieter Postlep übersprang, war die heutige CDU-Wissenschaftsministerin noch Abgeordnete im Landtag.

Die enge Zusammenarbeit mit der Uni Kassel eröffne den Schülern frühzeitig Kontakt zu universitärer Lehre und Forschung, sagte Kühne-Hörmann gestern. Das Projekt solle dazu beitragen, dass sich mehr Abiturienten für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge entscheiden.

Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) sagte, das neue Zentrum werde Schüler zu selbst organisiertem Lernen anregen und unter anderem Hochbegabte fördern. Lehramtsstudenten und Fachdidaktiker könnten dort künftig neue Erkenntnisse über die Vermittlung der Naturwissenschaften erlangen, sagte Unipräsident Rolf-Dieter Postlep.

Kassel beherberge wichtige Industrie vom Fahrzeugbau bis zu erneuerbaren Energien, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD). Hierfür seien jetzt und in Zukunft Fachkräfte wichtig.

Von Beate Eder

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