Das Schülerforschungszentrum an der Albert-Schweitzer-Schule wurde eröffnet

Ein Haus für junge Tüftler

Kreative Tüftler: Luca Roediger und Henrik Eckhardt arbeiten an einem Roboter, der mithilfe eines Ultraschallsensors eigenständig den Weg aus einem Labyrinth finden soll. Fotos:  Fischer

Kassel. Schule und Universität sind mit einer bundesweit einzigartigen Einrichtung enger zusammengerückt: Gestern wurde auf dem Gelände der Kasseler Albert-Schweitzer-Schule das Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN) der Universität Kassel feierlich eröffnet. Drei Millionen Euro hat das Gebäude an der Parkstraße gekostet.

Für die Gäste war dies gestern eine Gelegenheit, jungen Forschern über die Schulter zu schauen. Luca Roediger (13) und Henrik Eckhardt (12) zum Beispiel tüfteln gerade an einem Roboter, der allein aus einem Labyrinth finden soll, indem er sich an Wänden entlangtastet. Damit dieser auch Abbiegungen findet, ist er mit einem Ultraschallsensor ausgestattet. Allerdings braucht der Roboter eine neue Steuerung, „denn wir kriegen die 90-Grad-Drehung noch nicht hin“, erklärt Luca.

Andere Forschungsprojekte sollen noch geheim bleiben. Die Roboter-Hand beispielsweise, die ganz ohne Elektrik auskommt und mit Druckluft funktioniert, soll patentrechtlich geschützt werden. Es gibt auch ein Labor für Quantenmessungen, andere Schüler entwickeln ein Energiesparhaus oder suchen mithilfe von drei Teleskopen nach noch unentdeckten Himmelskörpern, erläutert SFN-Leiter Klaus-Peter Haupt. Auf seine Idee und Initiative hin kam das Projekt Schülerforschungszentrum 2007 ins Rollen. Dank vieler Unterstützer entstand ein Kooperationsprojekt von Land, Stadt, Landkreis, Universität Kassel und Albert-Schweitzer-Schule, finanziert über das hessische Hochschulinvestitionsprogramm Heureka.

Nachwuchs fördern

Die Universität betrachte das SFN nicht nur als Labor für erziehungswissenschaftliche Forschung, „hier werden Schüler auf ein Universitäts-Studium wunderbar vorbereitet“, sagte Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep. Weil man immer mehr Nachwuchs in den Naturwissenschaften und der innovativen Forschung brauche, sei ein Bindeglied zwischen Schule und Universität wichtig. So bereite das SFN optimal auf die Anforderung des Studien- und Berufslebens vor.

Es sind noch Wünsche offen

„Physik und die Naturwissenschaften werden künftig einen anderen Stellenwert an den Schulen haben“, glaubt auch Kassels Schuldezernentin Anne Janz. Es müsse noch viel mehr Projekte in dieser Richtung geben, sagte SMA-Personalvorstand Jürgen Dolle. Sehr gern unterstütze SMA als Hauptsponsor das Schülerforschungszentrum mit Geld und Material.

Viele größere und kleinere Wünsche haben die 180 Schüler, die derzeit regelmäßig im SFN aktiv sind, noch. So suchen sie zum Beispiel Sponsoren für eine Wasserstrahlpumpe (kostet etwa 50 Euro), ein Gassprühgerät (790 Euro) und einen Ultraschallgenerator (2850 Euro). Hier sind offenbar weitere spannende Projekte von dem begeisterten und tatkräftigen Forschernachwuchs geplant. „Visionen können wahr werden“, gab ihnen Schulleiter Stefan Alsenz mit auf den Weg. Archivfoto:  Dilling/ nh

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Von Martina Heise-Thonicke

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