Renthof in Kassel: Haus der Musik als Ziel

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Große Pläne: Aus dem Renthof neben der Alten Brüderkirche soll ein Haus der Musik werden. Ob aus dem Vorschlag Wirklichkeit wird, ist aber noch offen. Foto: Koch

Kassel. Aus dem Renthof an der Fulda soll ein Haus der Musik werden. Eine breit Initiative um die Kasseler Musikverlegerin Barbara Scheuch-Vötterle (Bärenreiter) setzt sich dafür ein.

Die Initiative möchte, dass das historische Gebäude nach dem Auszug des Altenzentrums im Verbund mit der Alten Brüderkirche als kulturelle Einrichtung genutzt wird.

Eines der letzten historischen Gebäude in der Stadt dürfe nicht verscherbelt werden, sagt Scheuch-Vötterle. Ähnlich hatte sich vor einiger Zeit der ehemalige Leiter des Stadtmuseums, Karl-Hermann Wegner, geäußert: „Der Rang des Gebäudes verbietet es, dass es als lästige Liegenschaft behandelt wird.“

Im Renthof könnnte nach den Vorstellungen der Initiatoren die in dem Großkino am Karlsplatz „in unwürdigem Umfeld“ untergebrachte Musikakademie eine neue Heimat finden. In dem Flügel an der Kettengasse ließe sich ein bislang in Kassel fehlender Kammermusiksaal einrichten.

Platz für Gedenkstätte

Nicht zuletzt könnte man in den Räumen eine Heinrich-Schütz-Gedenkstätte schaffen und so Dresden und Weißenfels, dem Geburtsort des Komponisten, Paroli bieten. Diese wollten sich als Schütz-Städte profilieren und den Sitz der internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft liebend gern aus Kassel abziehen, sagt Scheuch-Vötterle. Der Komponist Heinrich Schütz (1585 bis 1672) erhielt im Renthof seine Ausbildung.

Die Stiftung Alte Brüderkirche unterstützt den Vorschlag. Sie ist an einer engen Kooperation interessiert. „Jede andere Nutzung wäre unsinnig“, sagt Stiftungsvorstand Ernst Wittekindt, Dekan i.R., über die Zukunft des Renthofs. Für die Stiftung, die Toiletten und Garderobe aus der Brüderkirche auslagern will, böten sich damit neue räumliche Möglichkeiten.

Die Initiatoren sehen nur Vorteile: Der Renthof bliebe öffentlich zugänglich, und er würde wie früher gemeinsam mit der Alten Brüderkirche seiner historischen Bedeutung gemäß genutzt. „Es würde das gesamte Quartier aufwerten“, sagt Scheuch-Vötterle.

Umsetzung wird geprüft

Nach ersten Gesprächen im Rathaus prüft die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt, ob sich das Vorhaben technisch, räumlich und finanziell umsetzen lässt. „Die Stadt Kassel ist sich der historischen Bedeutung des Renthofs bewusst“, sagt Magistratssprecherin Petra Bohnenkamp.

Schützenhilfe bekommt die Gruppe unter anderem von den Kasseler Grünen. Sie haben das „Haus der Musik“ als Projekt für die 1100-Jahrfeier der Stadt Kassel 2013 vorgeschlagen. Das Musikzentrum würde eines der letzten architektonischen Zeugnisse des alten Kassel mit der Musik als wichtigem Bestandteil der Kasseler Kulturgeschichte verbinden, sagt Grünen-Chef und Oberbürgermeister-Kandidat, Dr. Andreas Jürgens.

Mehr zum Renthof im Regiowiki

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