"Bis zur höchsten Instanz"

Mieten zu günstig? Eigentümer klagen gegen Mietpreisbremse

+
Hier sind die Mieten besonders stark gestiegen: Der Vordere Westen, hier die Kreuzung Goethestraße / Querallee, gilt als beliebte Wohnlage. Mit 16.000 Einwohnern ist es der bevölkerungsreichste Stadtteil Kassels.

Kassel. Wenn im Stadtgebiet die Mietpreisbremse kommt, will der Haus- und Grundeigentümerverband Kassel dagegen vor dem Verwaltungsgericht klagen.

„Wir werden einen Musterfall bis zur höchsten Instanz begleiten“, kündigt der Kasseler Haus & Grund-Verbandsvorsitzende Wolfram Kieselbach an.

Die Eigentümer-Schutzgemeinschaft sieht den Wohnungsmarkt in Kassel keineswegs angespannt. Im Vergleich mit Städten ähnlicher Größe oder sogar kleineren Städten wie Marburg und Gießen seien die Mieten in Kassel nach wie vor günstig, sagt Kieselbach. So hatte das bisher auch die Stadtverwaltung eingeschätzt. Kassels Stadtbaurat Cristof Nolda (Grüne) sah den Wohnungsmarkt in der Stadt bisher als ausgeglichen und im Verhältnis preiswert. Und erst vor wenigen Tagen hatte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) im Stadtparlament die günstigen Mieten in Kassel als Vorteil gelobt. Doch nun setzt sich die Stadt bei der hessischen Landesregierung in Wiesbaden dafür ein, dass auch in Kassel die Mietpreisbremse umgesetzt wird. Dann darf der Mietpreis bei einer Neuvermietung nur noch zehn Prozent über der Vergleichsmiete liegen.

Den Sinneswandel, dass „nunmehr der Wohnungsmarkt in Kassel besonders angespannt und schwer bezahlbar sein soll“, kritisiert Kieselbach und warnt die Stadt davor, die gerade erwachsenden Potenziale für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt durch falsche Angaben aufs Spiel zu setzen.

Die seit sieben Jahren verbesserten Mieteinnahmen ermöglichten notwendige Modernisierungen und Sanierungen von Wohnhäusern. Darüber hinaus müssten Eigentümer von den erzielten Mieten nicht nur Steuern und die Handwerker für Instandhaltungen, sondern auch in der Regel die Hälfte der Kosten für die Erneuerung von Straßenbeleuchtung und Straßenerneuerungen zahlen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.