In den Messehallen wird am 11. September die 50. Herbstausstellung eröffnet

Mit Hausfrauen fing es an

Kasseler Messehallen: Links ist die Autobahn 49, oben im Bild die Fulda und rechts ein Teil des Bugasees zu sehen. Vorn rechts im Messekomplex ist die neue Rothenbachhalle zu erkennen, in der die MT Melsungen Bundesliga-Handball spielt. Foto: Messe Kassel

Kassel. „Deutsche Erfinder- und Neuheiten-Ausstellung“ hieß die erste Schau im Jahre 1961. Die Verkaufsmesse vom 18. bis 27. August in der Stadthalle an der Friedrich-Ebert-Straße war die Geburtsstunde der Kasseler Verbraucherausstellungen in den Messehallen. Dort eröffnet am Samstag, 11. September, die 50. Herbstausstellung.

Erst seit 1973 wird die Einkaufs- und Erlebnismesse unter dem Namen Herbstausstellung veranstaltet. Zuvor hieß die Schau viele Jahre lang „Hausfrauen-Ausstellung“. Mit 30 000 Quadratmetern Hallenfläche auf 40 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der Fuldaaue und über 3000 kostenlosen Parkplätzen gilt die Messe Kassel heute als Platzhirsch zwischen Hannover und Frankfurt, Erfurt und Dortmund.

Auf den Weg gebracht haben diese Entwicklung von der kleinen Erfinder-Ausstellung zu einer der größten privaten deutschen Messegesellschaften Martha und Günter Umbach zusammen mit ihrem Geschäftspartner Hans-Joachim Hahne aus Hannover. 1961 ging das erste Konzept auf: Die Kasseler strömten zur Stadthalle, um sich von den technischen Neuerungen beeindrucken zu lassen, Nützliches und Kurioses zu bestaunen und auch das Eine oder Andere nach Hause zu tragen. In den Wirtschaftswunder-Jahren hatten die Haushalte wieder Geld zur Verfügung.

Ermutigt vom Erfolg, legte man 1962 nach: „Gastlichkeit in Kurhessen-Waldeck“ hieß das Motto. Dabei wurde die Grundlage für die Mitwirkung des Kasseler Hausfrauen-Vereins gelegt, die bis heute besteht. Die „Ausstellung für Gastronomie, Fremdenverkehr und Hauswirtschaft“ lockte 60 000 Besucher an. 1963 wurde gemeinsam die „Hausfrauen-Ausstellung“ aus der Taufe gehoben, schon 1964 reichte die Stadthalle nicht mehr aus, um alle interessierten Aussteller aufzunehmen. Im Stadthallengarten wurden zusätzlich Leichtbauzelte aufgestellt.

Der nächste Schritt war der Umzug auf das Ausstellungsgelände an der Damaschkestraße. Am neuen Standort gegenüber dem Auestadion mussten Strom und Wasser für jede Ausstellung aufwändig gelegt werden. Der Zaun um das Ausstellungsgelände wurde nach jeder Messe verkauft, weil es keine Lagermöglichkeit gab. Die Besucher bekamen bei Regen nasse Füße, weil der weitgehend unbefestigte Platz schnell aufweichte.

Mit dem Bau der ersten festen Messehalle hinter dem neuen Bugasee rechtzeitig vor dem Start der Bundesgartenschau 1981 war die Zeit der Provisorien vorbei. Die Idee zum festen Standort stammte von Messechef Günter Umbach, der seinen Geschäftspartner Hans-Joachim Hahne davon überzeugte, in Kassel Kapital zu binden, statt weiter auf Zeltmessen zu setzen. Die erste Halle wurde rechtzeitig fertig und an die Buga vermietet. Gartenschaubesucher bewunderten darin blühende Pflanzen und bekamen Anregungen für die Gestaltung ihrer eigenen Gärten. (ach) www.messe-kassel.de

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