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Haustiere im Büro: Ja oder Nein zum Kollege Hund?

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Von: Florian Hagemann, Miriam Linke

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Darf der Vierbeiner sein Herrchen oder Frauchen an die Arbeit begleiten? In manchen Unternehmen ist das erlaubt. Wir stellen zwei Meinungen zum Thema gegenüber.

Kassel – Nach Corona und der damit einher gegangenen Hochphase des Homeoffice gewinnt auch dieses Thema immer mehr an Bedeutung: Darf das Haustier mit ins Büro kommen und für tierische Gesellschaft sorgen? Wir haben uns bei Arbeitgebern in Kassel und Nordhessen mal umgehört.

Vor allem kleinere Betriebe kommen auf den Hund und setzen auf den Bürokollegen im Kuschelkörbchen. Aus juristischer Sicht ist die Mitnahme von Tieren an die Arbeit ein weißer Fleck, wie Thomas Jung, Kasseler Fachanwalt für Arbeitsrecht, sagt. Ob der Hund mit ins Büro darf, sei einzig und allein die Entscheidung des Arbeitgebers.

In einem Pro und Kontra stellen zwei HNA-Redakteure ihre Meinungen gegenüber.

Für Hunde im Büro: Setzen auf den Wau-Effekt

Damit hier keine Missverständnisse entstehen: Das Großraumbüro soll jetzt nicht in einen reinen Zoo verwandelt werden, wo jeder Mitarbeiter einfach sein Haustier mitbringen kann und am Ende der Papagei von Kollege eins den Hamster von Kollege zwei ärgert. Aber unter zuvor klar kommunizierten Bedingungen ist etwa gegen einen Hund im Büro nichts zu sagen.

Hund im Büro
Tierischer Kollege: In manchen Büros sind Hunde erlaubt. © Uwe Anspach/dpa

Im Gegenteil: Arbeitswelten verändern sich – Corona hat die Entwicklung beschleunigt. Büros sind längst keine reinen Funktionsräume mehr, sondern sollten im besten Fall auch eine Wohlfühlatmosphäre ausstrahlen. Der Hund kann dabei helfen. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Er kann dazu beitragen, Stress bei den Mitarbeitenden abzubauen und insgesamt für ein besseres Miteinander zu sorgen. Und angeblich senken die Tiere auch das Burn-out-Risiko im Kollegenkreis.

Gegen Hunde im Büro: Mehr Ärger als Entspannung

Er haart, er stinkt, er bellt: der Hund. Und hier liegt auch schon das Grundproblem, warum es schwierig ist, grundsätzlich zu erlauben, Hunde ins Büro mitzubringen. Manche Menschen leiden unter Allergien, manche haben Ängste – und das nicht nur vor großen Hunden. Auch kleine Hunde können bissig sein. Andere Kollegen stören sich vielleicht an dem Geruch des Tieres. Einigt man sich nur auf kleine Hunde, beschwert sich der Kollege mit dem Bernhardiner. Und, auch Hunde können geräuschempfindlich sein. Wird es plötzlich zu laut im Büro, ist das womöglich auch für das Tier nicht mehr angenehm.

So verlockend der Gedanke eines Hundes sein mag, der von Tisch zu Tisch läuft und sich seine Streicheleinheiten abholt, so unrealistisch ist er auch. Am Ende würde es für mehr Ärger als Entspannung sorgen. Tiere sind etwas Wundervolles. An den Arbeitsplatz gehören sie aber nicht.

Die Fellnasen sollte man allerdings auch weder bei Hitze, noch bei Kälte über einen längeren Zeitraum im Auto lassen. (von Miriam Linke und Florian Hagemann)

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