Skateboard-Verein Mr. Wilson soll Halle im Industriepark in Rothenditmold nutzen

Skateboard-Verein soll Halle im Industriepark nutzen: Heilhaus fürchtet Lärm

Kassel-Rothenditmold. Die Freude beim Skateboardverein Mr. Wilson ist groß: Die jungen Leute haben durch Vermittlung von Oberbürgermeister Bertram Hilgen eine neue Bleibe gefunden und ziehen für fünf Jahre in eine Halle des Industrieparks Henschel nach Rothenditmold.

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Ihren früheren Vereinsstandort in der Nordstadt mussten sie räumen, weil er verkauft worden war.

Doch in die Freude mischen sich auch Bedenken: Das in unmittelbarer Nähe liegende Mehrgenerationenhaus Heilhaus fürchtet möglichen Lärm. „Das Zimmer, in dem Sterbende ihre letzten Tage und Wochen verbringen, liegt nahe dem Eingang der Skatehalle an der Brandaustraße“, sagt Gerhard Paul, Vorstand der Heilhaus-Stiftung Ursa Paul.

Grundsätzlich stehe das Heilhaus dem Vorhaben der jungen Leute positiv gegenüber. Jedoch unterschiedliche Bedürfnisse nach Ruhe seien im Alltag nicht leicht miteinander zu vereinbaren. Das Heilhaus möchte jedoch mit dem Sakteboardverein einen Kompromiss eingehen. Möglicherweise könne ein anderer Halleneingang in Richtung Wegmann genutzt werden, meint Paul. Es müsse ebenfalls geklärt werden, wo die Autos parken und ob das Dach aus Gründen des Schallschutzes gedämmt werden könne. Auch über die Öffnungszeiten müsse gesprochen werden.

Zwei Meter tief im Boden

Lärmprobleme befürchtet Frank Bethge von RGM Exerpersite nicht. Er verwaltet den Industriepark von Eigentümer Michael Habacker. Die 1000 Quadratmeter große Halle sei zwei Meter tief im Boden versenkt. Außerdem gebe es an der Hallenwand zur Brandaustraße hin keine Fenster, lediglich eine Reihe Glasbausteine.

Ob ein anderer Eingang für die jungen Leute geschaffen werden könne, müsse der Eigentümer entscheiden. Zunächst müsse nun eine Nutzungsänderungsgenehmigung bei der Stadt für die Halle auf dem Industriegelände eingeholt werden, sagt Bethge. Von dieser Entscheidung könnten auch einige Auflagen abhängen, beispielsweise was die Parkmöglichkeiten angeht.

Die Stadt weist darauf hin, dass noch keine genauere Nutzungsbeschreibung vom Verein Mr. Wilson vorliege. Grundsätzlich gelte, dass die Stadt das Vorhaben „unter Berücksichtigung der Interessen des Heilhauses positiv begleitet“, sagte Pressesprecherin Petra Bohnenkamp.

Matthias Weiland, Vorsitzender des Vereins Mr. Wilson, ist zuversichtlich, dass mit dem Heilhaus einen Kompromiss geschlossen werden kann. Die Skater kämen zum Großteil mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Halle, sodass der Eingangsbereich nicht belastet werde. Bei Hallenöffnungszeiten zwischen 17 und 20 Uhr wochentags und am Wochenende von 14 bis 20 Uhr sieht Weiland außerdem keine Konflikte.

Von Beate Eder

Rubriklistenbild: © dpa

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