Messinghof: ASB richtet Wohngruppen und Pflegestation ein

Einsatz für das Industriedenkmal: Albert Gronau (links), Vorsitzender des Vereins Herkulesschmiede Messinghof, und Eigentümer Peter Jakob wollen den Messinghof wieder in den Blick rücken. Foto: Herzog

Kassel. Aus dem Messinghof in Bettenhausen soll ein Heim für alte Menschen werden. Die Pläne für eine gastronomische Nutzung haben sich ebenso zerschlagen wie die Idee, aus dem Industriedenkmal ein Hotel oder Studentenheim zu machen.

Damit der Messinghof an der Leipziger Straße auch der Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist ein Café geplant.

Als Café-Betreiber ist der Verein „Herkulesschmiede Messinghof“ im Gespräch, der in den Räumen auch die Geschichte des Industriedenkmals präsentieren könnte. Eigentümer Peter Jakob will dafür Flächen im alten Gießhaus oder sanierten Torhaus zur Verfügung stellen. Dort ist ein eindrucksvoller Raum entstanden, der sich als Café oder Weinstube anbietet. „Wir wollen den Verein integrieren“, sagt Jakob. Auch wenn er sich als Autohändler aus Kassel zurückzieht, will er die Sanierung des Messinghofs vorantreiben. Ob aus den Plänen Wirklichkeit wird, hängt davon ab, ob Zuschüsse fließen.

Fast fertig: Im Erdgeschoss des Torhauses ist ein beeindruckender Raum entstanden. Albert Gronau (links) und Peter Jakob wollen ihn für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Das Kutscherhaus im hinteren Teil des Grundstücks und das Torhaus sind bereits instand gesetzt. Über eine halbe Million Euro hat Jakob dafür aufgebracht. Das Landesamt für Denkmalpflege hat für die Sanierung nach historischem Vorbild 125 000 Euro zugesagt, weitere 125 000 Euro sollen aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes kommen. Ein Teil ist bereits geflossen und verbaut worden. Das Kutscherhaus wird von einer Tagesgruppe der Erziehungshilfe Auguste Förster genutzt. Zehn Kinder aus dem Kasseler Osten werden dort betreut.

Mehr zum Messinghof im Regiowiki der HNA

Nun soll das historische Hauptgebäude folgen. Drei bis vier Millionen Euro sind laut Jakob nötig, um das Kulturdenkmal zu sanieren und umzubauen. Dies sei ohne Förderung nicht möglich, sagt er. „Das ist kein Bau auf der grünen Wiese. Das ist ein Grab, das Geld verschlingt. Das kann ein Privatmann allein nicht schaffen.“ Der alten- und behindertengerechte Umbau des Messinghofs sei erheblich teurer als ein Neubau. Zwei Aufzüge sollen die barrierefreie Erschließung sichern.

Wie der „Wohnpark Messinghof“ aussehen könnte, darüber hat sich das Kasseler Architekturbüro Sprengwerk bereits Gedanken gemacht. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) will dort zwei Wohngemeinschaften mit je zehn Plätzen für altersverwirrte Menschen einrichten und eine ambulante Pflegestation betreiben. Insgesamt sollen bis zu 30 Arbeitsplätze entstehen. Etwa die Hälfte werde laut ASB neu geschaffen.

Gespräche mit der Stadt

Die Gespräche seien weit gediehen, sagt ASB-Landesgeschäftsführer Jörg Gonnermann (Frankfurt) auf Anfrage. Die Entscheidung könne bis zum Jahresende fallen. „Wir sind darauf angewiesen, dass wir uns mit der Stadt einigen“, sagt Gonnermann. „Wir sehen aber gute Chancen.“ Der ASB- Regionalverband Kassel-Nordhessen würde die Einrichtung als Träger übernehmen.

Von Ellen Schwaab

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