Zunächst sollen 49 Prozent der Seniorenwohnanlagen Kassel verkauft werden

Heime auf Partnersuche

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Seniorenwohnanlagen Kassel: Der Standort am Lindenberg (Bild) im Stadtteil Forstfeld mit Pflegeplätzen und Seniorenwohnungen wurde bereits saniert und erweitert.

Kassel. Die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) bereitet ein Markterkundungs-verfahren für den Teilverkauf der Seniorenwohnanlagen (SWA) in Kassel vor. Das Ziel: Ein strategischer Partner aus dem Bereich des Betriebs von Altenpflegeeinrichtungen soll möglichst bald 49 Prozent der Geschäftsanteile erwerben und die Geschäftsführung übernehmen.

Wegen des Zukunftssicherungsvertrages der GNH mit den Beschäftigten bis Ende 2015 können die beiden Seniorenzentren am Lindenberg im Stadtteil Forstfeld und in Fasanenhof mit 180 Pflegeplätzen, 424 betreuten Seniorenwohnungen und einem ambulanten Pflegedienst frühestens zum Jahresanfang 2016 komplett verkauft werden. Der GNH-Aufsichtsrat hatte am 19. Dezember des vergangenen Jahres zunächst den Verkauf eines 49-Prozent-Anteils beschlossen.

Die Chancen, im Rahmen der Markterkundung einen Partner zu finden, dürften begrenzt sein, wenn dieser Partner auch die Hälfte der Verluste übernehmen soll. In den kommenden Jahren wird für die SWA mit bis zu einer Million Euro Verlust pro Jahr gerechnet. Die problematische Lage war der Hauptgrund für den Aufsichtsratsbeschluss für den Teilverkauf. Der Verlust könnte zu einer Gefahr für den Kasseler Klinikkonzern werden. Die Schutzschirm-Kommune Kassel kann und darf Verluste des Klinikkonzerns nicht auf Dauer ausgleichen. Dann müssten die Krankenhäuser möglicherweise an einen privaten Klinikkonzern verkauft werden.

Der Grund für die tiefroten Zahlen der SWA: Die 120 Mitarbeiter in den beiden Seniorenzentren werden deutlich besser bezahlt als ihre Kollegen in anderen Betrieben. Um 20 bis 25 Prozent liegen die Löhne und Gehälter über denen vergleichbarer Alteneinrichtungen.

Die Preise für die Pflegeplätze können aber kaum noch weiter erhöht werden, um aus den roten Zahlen zu kommen. Denn die SWA liegen mit 4300 Euro (Lindenberg) und 3850 Euro (Fasanenhof) für die Pflegestufe 3 bereits an der Spitze in Nordhessen. Viele andere Pflegeheime sind wesentlich günstiger, was auch die sinkende Auslastung der beiden Kasseler Seniorenzentren erklärt.

Ein Partner wird sich möglicherweise nur dann finden lassen, wenn die GNH die Verluste bis zu einem kompletten Verkauf der SWA zum Jahresanfang 2016 übernimmt. Aber erst ab Jahresanfang 2017 könnte wegen weiterer Schutzfristen ein neuer Betreiber mit Änderungskündigungen versuchen, die zu hohen Personalkosten in den Griff zu bekommen.

Von Jörg Steinbach

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