FDp-Politiker ist in Kassel geboren

Stadtrundfahrt mit Justizminister Jörg-Uwe Hahn

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Gruppenfoto mit Minister: Jörg-Uwe Hahn (Mitte) im Kreise der Mitfahrer der HNA-Stadtrundfahrt am Pausenstopp Herkules.

Kassel. Kurz nach dem Start spricht Jörg-Uwe Hahn über die Bedeutung der Integration, da bricht der Kasselaner aus ihm heraus. Der Bus fährt über die Kreuzung Trompete. „Übrigens, das ist dieses komische Kino, das ich am liebsten abreißen würde“, sagt der in Kassel geborene Minister.

Die Busgäste schauen auf das Ufo neben der historischen Karlskirche und nicken.

Für den FDP-Politiker gerät die Busfahrt zum Heimspiel, er kennt sich aus. Spricht am Brüder-Grimm-Platz über den Verwaltungsgerichtshof, wenig später über das Finanzgericht und davon, dass die hessische Justiz künftig papierlos, elektronisch und schneller arbeiten soll.

„Das ist ein Goldgeschenk für Kassel gewesen“, sagt Hahn am IC-Bahnhof Wilhelmshöhe über den Anschluss an die Schnellstrecke der Bahn, die er für wichtiger als den Flughafen Calden hält. „Wir sind jetzt mit ganz Deutschland verbunden“, bekräftigt HNA-Leserin Agnes Fritsch aus Edermünde-Besse, das sei schon toll.

Ehemann Harald Fritsch will vom Minister wissen, wie die hohen Schulden des Landes abgebaut werden sollen. Zehn Gerichtsstandorte in Hessen habe er geschlossen, sagt Hahn, das sei nicht schön, aber notwendig. Und wenn ab 2018 keine neuen Schulden mehr gemacht würden, „dann können wir an den Schuldenabbau gehen.“

HNA-Politikchef Tibor Pézsa, der das Gespräch mit Hahn moderiert, erinnert an den vom FDP-Politiker ausgerufenen Urlaubsboykott von Dänemark. Der Minister steht als „europabegeisterter Politiker“ bis heute dazu. Grenzkontrollen wieder einzuführen, wie es die Dänen wollten, aber wegen des Protests dann doch nicht getan hatten, „halte ich für vollkommen hirnrissig“.

Bilder der Fahrt

Jörg-Uwe Hahn bei der HNA-Stadtrundfahrt

Dass Umfragen vor der Wahl in Hessen bisher nicht gut sind für die Liberalen, sieht der FDP-Landeschef gelassen. Beispiel Niedersachsen: 4,8 Prozent Umfrage, 9,8 Prozent erreicht, sagt Hahn. Könnte für Hessen bedeuten: Bei fünf Prozent Umfrageergebnis „kriegen wir zehn Prozent“. Im Bus klatschen Mitfahrer Beifall.

Der Minister spricht offen auch über Privates. Einer seiner beiden erwachsenen Söhne ist geistig behindert. „Meinem Sohn hat es geschadet, dass wir ihn anfangs im allgemeinen Schulsystem hatten“, sagt Hahn. Deshalb sieht er die heftige Debatte um Inklusion skeptisch.

Am Herkules verabschiedet sich der Justizminister von seinen Mitfahrern. Er muss noch in die Landesausstellung zum Hessentag. „Da muss ich jetzt 15 Stände besuchen“, sagt Hahn, „bitte kein Mitleid.“

Von Jörg Steinbach

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