Stand der Dinge bei Sanierung

Heinrich-Heine-Straße: Frist für Abholzung nicht mehr einzuhalten

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Streit um Alleebäume: Für die Neugestaltung der Heinrich-H eine-Straße sollen 90 von insgesamt 137 Linden gefällt werden. Nach Abschluss der Arbeiten will die Stadt 122 junge Bäume nachpflanzen.

Die geplante Fällung von 90 Lindenbäumen in der Heinrich-Heine-Straße ist innerhalb der naturschutzrechtlichen Frist inzwischen praktisch nicht mehr möglich.

Ab Donnerstag, 28. Februar 2019, gilt für solche Arbeiten wegen der Vogelbrut eine Schonfrist bis Ende September. Fragen und Antworten zum Thema.

Was bedeutet das für die Sanierung, die im Frühjahr starten sollte?

Dazu will sich die Stadtverwaltung im Lauf der kommenden Woche „umfassend äußern“, wie ein Sprecher sagte. Aktuell gebe es keine Auskünfte „wegen des laufenden Verfahrens“.

Was ist damit gemeint?

Die Untere Naturschutzbehörde bei der Stadt hatte die Fällung genehmigt; dagegen hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Widerspruch eingelegt und gefordert, die Begründung der Entscheidung offenzulegen. Der Naturschutzverband hat eine Klage angekündigt für den Fall, dass ihm diese Begründung nicht einleuchtet.

Ist der Straßenausbau, der bis Ende 2020 laufen sollte, nun um mindestens eine Bausaison verschoben?

Das sagt bislang noch niemand. Weil aber Bäume generell nach dem 28. Februar nur unter strengen Auflagen und besonderen Bedingungen gefällt werden dürfen, ist es wenig wahrscheinlich, dass man dies für eine ganze Allee mit 90 Bäumen würde begründen können. Inwieweit die Stadt einen Plan B hat, unabhängig von der geplanten Abholzung schon mal mit anderen Arbeitsschritten voranzukommen, wird wohl auch nächste Woche mitgeteilt werden.

Die Straßensanierung soll 4,5 Millionen Euro kosten. Wird es durch die Verzögerung noch teurer?

Das wäre möglich. Für das Projekt stehen diverse Firmen in den Startlöchern, haben Personal und Maschinen reserviert und andere Aufträge abgesagt. Sollte das Vorhaben nun kurzfristig bis auf Weiteres verschoben werden müssen, wird sich die Stadt nach aller Erfahrung mit Entschädigungsforderungen auseinandersetzen müssen.

Gibt es sonstige finanziellen Risiken?

Im Budget eingeplant sind 700.000 Euro öffentliches Fördergeld. Dieses könnte der Stadt bei einer Bauverzögerung verloren gehen, hatte Stadtbaurat Christof Nolda kürzlich gesagt.

Von Axel Schwarz

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