Widerspruchsverfahren läuft 

Heinrich-Heine-Straße: Fällung von Bäumen verschoben - Das passiert mit Geld und Aufträgen

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Umstritten: Die Markierung wurde an Bäumen angebracht, die entlang der Heinrich-Heine-Straße gefällt werden sollten. Kritiker wollen das verhindern.

Jetzt herrscht mindestens ein Jahr Stillstand: Der Zeitplan zum Fällen der Bäume in der Heinrich-Heine-Straße in Kassel wurde über den Haufen geworfen. Was passiert nun mit den Fördermitteln?

Aktualisiert: 14.52 Uhr - Die Sanierung der Heinrich-Heine-Straße wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Das teilten Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD) und der für Umwelt und Bauen zuständige Stadtrat Christof Nolda (Grüne) mit. Wann der Straßenbau stattfinden kann, sei derzeit offen. 

Der Grund für die Verzögerung ist ein Widerspruch der Naturschutzverbände BUND und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gegen die geplante Fällung von 90 Bäumen an der Allee. Die Untere Naturschutzbehörde hatte dafür eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Geplant war die Neuanpflanzung von 122 Bäumen, mehr Platz für Fußgänger und eine Verkehrsberuhigung auf der Verbindung zwischen Wehlheiden und der Südstadt. Beide Ortsbeiräte hatten sich nach Ortsbegehungen und Anwohnerversammlungen für das Projekt ausgesprochen.

Durch den Widerspruch der Umweltverbände konnten die Bäume nicht bis Ende Februar gefällt werden. Bis Oktober müssen sie jetzt wegen des Vogelschutzes mindestens stehen bleiben.Nach Angaben der Stadt wurden für die Planung bislang 250 000 Euro ausgegeben. Die seien unter anderem für die Kampfmittelsondierung ausgegeben worden und deshalb bei einem späteren Baustart nicht verloren. Für zugesagte Fördermittel in Höhe von 700 000 Euro will man Ersatzprojekte vorschlagen.

Sanierung Kassel: Mindestens ein Jahr Stillstand

90 Bäume an der Allee sollten gefällt werden. Die Untere Naturschutzbehörde hatte dafür eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Geplant war die Neuanpflanzung von 122 Bäumen, mehr Platz für Fußgänger und eine Verkehrsberuhigung auf der Verbindung zwischen Wehlheiden und der Südstadt.

Bäume in Heinrich-Heine-Straße sollten gefällt werden

Den Auftrag für die Fällung der Linden an der Heinrich-Heine-Straße hatte die Stadt schon vergeben. „Wir sind in Gesprächen mit der Firma“, sagt Verkehrsdezenent Dirk Stochla (SPD). Es gibt Redebedarf, denn den Auftrag musste man im letzten Moment wieder zurücknehmen. Durch den Widerspruch von zwei Umweltverbänden (BUND, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) gegen die Genehmigung zum Fällen ist der Zeitplan über den Haufen geworfen worden. Dazu wollten sich am Mittwoch weder Stochla noch sein Magistratskollege Christof Nolda (Bauen und Umwelt) äußern. Das sei ein laufendes Verfahren, zu dem man nichts sagen werde.

Sanierung der Heinrich-Heine-Straße in Kassel lange geplant

Dafür hatten die beiden einiges zur Heinrich-Heine-Straße zu sagen. Deren Sanierung sei lange geplant, mit Anwohnern, Ortsbeiräten und auch dem Naturschutzbeirat diskutiert worden. Einhellige Zustimmung habe es dafür gegeben, aus der Buckelpiste Heinrich-Heine-Straße eine verkehrsberuhigte Straße mit breiten Gehwegen und mehr Bäumen als zuvor zu machen. Jetzt müsse man abwarten, was aus dem Widerspruchsverfahren werde.

Breite Gehwege, viel Grün: So sieht die Planung für die Heinrich-Heine-Straße aus. 

Kritik an dem Vorgehen der Umweltverbände hatten unter anderem die Ortsbeiräte Wehlheiden und Süd geäußert. Die grüne Ortsvorsteherin Kerstin Saric (Südstadt) bezeichnet es als nicht nachvollziehbar, warum die Naturschutzverbände ihre Bedenken erst so spät vorgebracht hätten. Ähnlich hatte sich auch Norbert Sprafke (SPD) geäußert. Der Ortsvorsteher von Wehlheiden weist auf mehrere Sitzungen des Stadtteilgremiums zu diesem Thema und eine Ortsbegehung hin.

Appell: Umweltverbände sollen sich frühzeitig äußern 

Nach Angaben der Stadt wurden für die Planung bislang 250.000 Euro ausgegeben. Die seien unter anderem für die Kampfmittelsondierung ausgegeben worden und deshalb bei einem späteren Baustart nicht verloren.

Die Stadt Kassel prüft jetzt, ob zugesagte Fördermittel in Höhe von 700.000 Euro zum Beispiel für die Sanierung der Bürgermeister-Brunner-Straße umgewidmet werden können. Auch dort soll das unebene Pflaster durch Asphalt ersetzt werden. Das Geld, das unter anderem für die Kampfmittelräumung an der Heinrich-Heine-Straße verwendet wurde, sei ebenfalls nicht verloren, so Stochla.

Der Grüne Christof Nolda appellierte an die Umweltverbände, sich demnächst frühzeitig und verbindlich zu äußern. Nur so könne man wichtige Projekte rechts- und planungssicher sowie mit der bestmöglichen Umweltwirkung realisieren.

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Archivvideo: 90 Bäume sollen in Kassel gefällt werden

Hier befindet sich die Heinrich-Heine-Straße in Kassel

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