In den Ruhestand verabschiedet

Heinz Franzbach geht nach zehn Jahren als Direktor der King-Schule

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Abschied mit Dudelsack-Klängen: Heinz Franzbach (Zweiter von links) freut sich über den musikalischen Auftritt von Lehrer Mike Ackermann. Links Ehefrau Ingrid Fingerling-Franzbach. 

Kassel. Heinz Franzbach geht als Direktor der Martin-Luther-King-Schule in den Ruhestand. Aus seinen zehn Jahren im Amt konnte er bei der Abschiedsfeier einige Anekdoten erzählen.

Aus den vergangenen Jahren kann er zahlreiche Anekdoten erzählen unter anderem von einer großzügigen Geldspende, die Mehmet Göker der Schule anbot.

Es ist eine Anekdote, die beileibe nicht jeder Schuldirektor zum Besten geben kann: Im Jahr 2008 offerierte der damals in Kassel bekannte und öffentlichkeitsverliebte Geschäftsmann Mehmet Göker (Versicherer MEG) dem Leiter der Martin-Luther-King-Schule, Heinz Franzbach, eine Spende für seine Schule. Da dort auch Azubis aus der Versicherungsbranche unterrichtet werden, bot Göker großspurig einen Blankoscheck für die King-Schule an. Weil MEG aber einige Monate später unter Kuratel eines Insolvenzverwalters stand, schmolzen die versprochenen 100.000 Euro am Ende auf 15.000 zusammen.

Die Martin-Luther-King-Schule

Auf seiner Abschiedsfeier am Dienstag konnte Heinz Franzbach (64) über solche Episoden in seiner zehnjährigen Karriere als Leiter der beruflichen Schule an der Schillerstraße nur noch lachen. Es war ein herzlicher, heiterer Abschied von einem – das legten auch die unzähligen Sympathiebekundungen vor allem aus dem Kollegium nahe – äußerst geschätzten, kompetenten, geradlinigen und weitsichtigen Direktor.

Mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann war Franzbach 1968 in seine berufliche Karriere gestartet. Es schlossen sich Studien der Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik an. Sein Referendariat absolvierte Franzbach bereits an der Martin-Luther-King-Schule. Nach anschließenden 25 Jahren Lehrer-Tätigkeit an der Friedrich-List-Schule, unter anderem als stellvertretender Schulleiter, einem Lehrauftrag an der Uni Kassel und Beratertätigkeiten für das Staatliche Schulamt kam Franzbach 2006 wieder an seine Berufsschule zurück: als Direktor. Er sollte die Schule maßgeblich prägen. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte war der Ausbau der Weiterbildungsangebote für Berufstätige.

Das Ergebnis seines Wirkens kann sich sehen lassen. Laut Ergebnis der Schulinspektion hat Franzbach die Schule zu den zehn besten Berufsschulen in Hessen aufsteigen lassen. „Die Attraktivität der Schule ist hoch“, war ein Lob von Manfred Kohl vom Staatlichen Schulamt, das sich Franzbach zuschreiben könne. Zu seinem Erfolgsgeheimnis gehöre, dass er stets „über den Tellerrand hinaus“ geblickt habe.

Eine Baustelle im wahrsten Sinne des Wortes hinterlässt Franzbach zähneknirschend. Er hatte nach Abschluss eines ersten großen Bauabschnitts vor sechs Jahren wie ein Löwe dafür gekämpft, dass es mit der Sanierung zügig weitergehe. Vergeblich.

Gleichwohl hinterlässt Franzbach, der verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern ist, seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld. Zum 1. August soll ein neuer Schulleiter – wer das sein wird, steht noch nicht fest – sein Amt antreten.

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