Stadt schult Interviewer zur Volkszählung - Ab 9. Mai suchten sie 10 650 Menschen auf

130 Helfer fragen Kassel ab

Sie befragen ab 9. Mai die Kasseler: Sabine Ruhland und Corinna Kranert von der Erhebungsstelle (von links) erklären bei der Schulung der Ehrenamtlichen unter anderem Peter Wartosch (rechts von vorn), Ingrid Stöckl, Marie-Sophie Herzog, Wolfgang Langer und Andreas Klasmann, wie sie als Interviewer für den Zensus vorgehen. Foto: Rudolph

Kassel. Mit zwei Koffern in der Hand verlassen die 20 Frauen und Männer nach vier Stunden das Rathaus. In den Pappboxen steckt viel Arbeit für die ehrenamtlichen Helfer, die in Kassel die Befragungen für die Volkszählung vornehmen. Denn darin finden sie Adressen in der Stadt, unter denen sie die Bewohner interviewen sollen. Und einen dicken Stapel Fragebögen.

Etwa hundert Menschen wird jeder der Interviewer für den Zensus befragen. Zeit dafür ist vom 9. Mai bis 2. August. In Kassel wurden für die stichprobenartige Volkszählung nach Angaben der Erhebungsstelle der Stadt 10 650 Bürger per Zufallsprinzip ausgewählt. Das entspricht 5,5 Prozent der Einwohner.

Viele Rentner und Studenten

Insgesamt 130 Freiwillige hat die Stadt, die im Auftrag der Bundesregierung die Befragungen vor Ort organisiert, in den vergangenen Tagen auf ihre Aufgabe vorbereitet. „Wir sind froh, dass sich genug Freiwillige gemeldet haben“, sagt Corinna Kranert, Leiterin der Erhebungsstelle. Einige Städte und Kreise hätten Interviewer zwangsverpflichten müssen.

Sieben Schulungen haben die beiden Mitarbeiterinnen, die bis Sommer nächsten Jahres bei der Stadt für den Zensus abgestellt worden sind, in den vergangenen Tagen geleitet. Neben vielen Rentnern, hätten sich vor allem auch Studenten und städtische Mitarbeiter als Interviewer zur Verfügung gestellt. Peter Wartosch (67) freut sich darauf, „eine Statistik mal nicht nur zu interpretieren, sondern auch selbst beim Erstellen beteiligt zu sein“. Bevölkerungsentwicklung sei schon von Berufs wegen sein Metier, sagt der pensionierte Geografielehrer.

Fachsimpeln über die Tätigkeit als Interviewer wird er auch mit seiner Partnerin Ingrid Stöckl können. Sie möchte mit dem ehrenamtlichen Engagement auch „der Gesellschaft etwas zurückgeben“.

Kasseler ausländischer Herkunft beteiligen sich ebenfalls an der Befragung. Zeynep Coskuner, die hauptberuflich im Servicecenter der Stadt arbeitet, wird vor allem in der Nordstadt interviewen und dabei ihr Türkisch gebrauchen können. „Wenn Befragte Verständnisschwierigkeiten haben, kann ich helfen“, sagt die 37-Jährige. Für ihre Tätigkeit bekommen die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung von zehn Euro pro geführtem Interview, das in der Regel zehn bis 30 Minuten dauern wird. 2,50 Euro gibt es hingegen für die reine Weitergabe der Fragebögen. Denn es besteht zwar für die ausgewählten zu Befragenden eine Auskunftspflicht, jedoch ist es ihnen freigestellt, das Formular auch selbst auszufüllen.

Von Katja Rudolph

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