Kassel macht noch keinen Gebrauch von Online-Funktion des neuen Persos

Kleine Karte mit vielen Möglichkeiten: Der neue Personalausweis (rechts) kann Bürgern auch Wege zum Rathaus ersparen. Die Stadt Kassel will bis Jahresende erste Angebote erarbeiten. Archivfoto: dpa

Kassel. Der neue Personalausweis kann Behördengänge überflüssig machen. Möglich macht dies ein Chip, der als Online-Auweis dient und die schnelle und fehlerfreie Übernahme der Daten aus dem Personalausweis ermöglicht.

Im Kasseler Rathaus werden die damit verbundenen Möglichkeiten noch nicht genutzt. Ende des Jahres soll es laut Peter Metz, Abteilungsleiter Organisationsmanagement, aber erste Angebote geben. In Münster ist man bereits weiter. Die westfälische Universitätsstadt gilt zusammen mit der Stadt Hagen als Vorreiter beim Thema digitales Rathaus. Dort setzt man ganz bewusst auf die Chancen, die mit dem elektronischen Personalausweis verbunden sind.

Frank Becker

Der städtische Eigenbetrieb Citeq, der sich um die elektronische Datenverarbeitung in Schulen und Ämtern kümmert, hat nach Angaben von Karlheinz Werger, Projektleiter E-Government, bei den Münsteranern intensiv für den Online-Einsatz des elektronischen Personalausweises geworben und Interessenten mit Tipps und Tricks zur Seite gestanden. Außerdem sicherte sich die Citeq 50 000 kostenlose Sicherheits-Sets, die der Bund zur Verfügung stellte und die an Interessenten verteilt wurden. Dazu gehören ein Kartenlesegerät, das für die Online-Abwicklung nötig ist, eine Info-Broschüre sowie eine DVD mit Hilfsprogrammen für Einsteiger.

Laut Werger haben 50 Prozent der Bürger, die den neuen Personalausweis abholten, die Online-Funktion aktiviert. Grundsätzlich wolle man alle elekronischen Verfahren den Bürgern anbieten, sagt Werger. „Ob das langfristig zu personellen Einsparungen in der Stadtverwaltung führt, vermag ich aber nicht zu sagen.“

Joachim Benedix

Im Kasseler Rathaus gibt man sich reservierter. Noch stehe man den Möglichkeiten relativ skeptisch gegenüber, sagt Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Dabei spielten auch die Kosten eine Rolle. Schließlich benötigten die Bürger teure Kartenlesegeräte, um über den Personalausweis mit dem Rathaus in Verbindung zu treten. Andererseits profitiert die Verwaltung vom digitalen Rathaus. Frank Becker, Chef der Abteilung Informations- und Kommunikationstechnik, lobt die Vorteile der nun eingeführten Online-Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. „Wir sehen die Daten fertig aufbereitet“, sagt er. Es gebe auch keinen großen Papieranfall mehr. Noch ist fraglich, ob die Nutzung der Online-Ausweisfunktion aus städtischer Sicht sinnvoll ist.

„Wir wollen eines vermeiden: Dass wir mit einer Luftnummer an die Öffentlichkeit gehen“, sagt Metz. Der finanzielle Aufwand für die Verwaltung sei auch noch unklar. Man wolle nicht die Speerspitze sein, aber mitmischen, sagt Dr. Joachim Benedix, Leiter des Personal- und Organisationsamtes.

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