Investitionen in ehemalige DRK-Kliniken

Helios legt nun los in Kasseler DRK-Kliniken

So könnte es aussehen: der neue Helios-Schriftzug über dem Eingang der ehemaligen DRK-Kliniken.
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So könnte es aussehen: der neue Helios-Schriftzug über dem Eingang der ehemaligen DRK-Kliniken.

Seit Ende September gehören die ehemaligen DRK-Kliniken in Kassel offiziell zur Helios Kliniken Gruppe. Der Konzern will nun in Kassels ältestes Krankenhaus investieren.

Kassel – In den zurückliegenden Wochen ist es in den ehemaligen DRK-Kliniken Nordhessen so gelaufen wie gerade in Berlin: Es wurde sondiert. Heißt: Der neue Haupteigentümer, die Helios-Gruppe, hat in Kassels ältestem Krankenhaus jeden Stein umgedreht, wie Robert Möller gegenüber der HNA erklärt. Der Regionalgeschäftsführer von Helios spricht von „sehr viel Potenzial“, das Europas größter privater Klinikbetreiber in Wehlheiden vorgefunden hat.

Helios legt nun Hand an. Die Botschaft lautet: „Wir müssen und wollen investieren“, sagt Möller, um eine leistungsstarke und moderne Klinik aufzubauen. Die augenscheinlichste Neuerung wird über dem Haupteingang zu sehen sein. Das rote Kreuz verschwindet, an dessen Stelle erscheint dann der eigene Schriftzug in Grün – offiziell trägt das Haus jetzt den Namen Helios-Kliniken Kassel.

Der Altbau-Charme der Fassade bleibt erhalten, dafür werde im Inneren einiges passieren. Um welche Veränderungen es sich konkret handelt und wie viel Geld dafür nötig ist, gibt der Regionalgeschäftsführer noch nicht an. Wer das Gebäude kennt, ahnt aber, welche Bereiche modernisiert werden müssen: die Bettenstationen, die Operationssäle, die technischen Anlagen insgesamt, die Wasserversorgung, und nicht zuletzt entspricht der Brandschutz nicht mehr aktuellen Standards.

Möglichst schnell will der neue Eigentümer mit den Umbauten starten. Mehrere Jahre sind dafür vorgesehen. Personell werde sich hingegen nicht viel ändern, sagt Ulrike Heesemann, medizinische Regionalgeschäftsführerin von Helios: „Arbeitsverträge behalten ihre Gültigkeit.“ In diesem Zusammenhang habe es Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi gegeben. Von der Belegschaft und den Führungskräften sei sie positiv überrascht, sagt Heesemann. Sie habe „ausgesprochen engagierte Mitarbeiter kennengelernt“.

Neben der räumlichen Anpassung besteht eine weitere Aufgabe darin, die DRK-Systeme in den Helios-Kosmos einzubinden – Personalwesen, Buchhaltung, Controlling, Finanzen und, und, und. Deshalb hat Helios ein Integrationsteam entsendet, das den Übergang begleitet. Dieses Team sei eine große Hilfe, sagt Claudia Nehrig, Oberin der DRK-Schwesternschaft, die mit elf Prozent Anteilen Mitgesellschafterin bleibt. Zudem behält Nehrig den Posten als Geschäftsführerin.

Die zurückliegenden Monate mit dem Insolvenzverfahren als negativem Höhepunkt beschreibt Nehrig als Phase des Stillstands: „Jetzt wird endlich wieder gestaltet. Auch mit Tempo. Das braucht das Haus.“ Ziel sei es, die alte Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Die vergangenen Wochen geben Grund zur Hoffnung. Im September sei die Patientenzahl deutlich angestiegen. Zum Oktober wurden neue Pflegerinnen und Pfleger eingestellt. Die Betten seien zu 84 Prozent belegt. Es ginge noch mehr, „wenn wir mehr Personal hätten“, sagt Nehrig.

Wie die zurückliegenden Wochen zeigen, hält Helios Wort und bringt das Haus auf Vordermann. Es soll zu einem regionalen Zentrum entwickelt und die stationäre Versorgung an den Standorten im nordrhein-westfälischen Warburg und in Wehlheiden gebündelt werden. In Kaufungen entsteht ein ambulantes Zentrum. (Robin Lipke)

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