60-Jähriger wohl Opfer von Göttinger Rockern

Hells-Angels vor Gericht: Mann mit Kinderpornografie erpresst?

Angeklagt: Vier Mitglieder der Hells Angels aus Göttingen müssen sich heute vor Gericht verantworten. Archivfoto: dpa

Kassel. Der Prozess gegen vier Rocker aus Göttingen vor dem Amtsgericht Kassel nimmt einen erneuten Anlauf: Nachdem die erste Hauptverhandlung im Januar gegen die vier Mitglieder der Hells Angels kurz nach dem Verlesen der Anklage ausgesetzt wurde, soll es am Dienstag, 27. Oktober, weitergehen.

Und zwar um 9 Uhr im Saal 116. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 48-jährigen Präsidenten des „Hells Angels MC Charters Göttingen“, seinem 51-jährigen Bruder und zwei jüngeren, in der Rocker-Rangordnung tiefer eingestuften Mitgliedern versuchte Erpressung vor. Sie sollen versucht haben, einen 60-Jährigen, der in der Nähe von Hofgeismar wohnt, zunächst um 30 000 Euro, später sogar um 100 000 Euro zu erpressen. Die Göttinger Gruppe wurde inzwischen vom niedersächsischen Innenminister verboten.

Laptop gestohlen

Aus der Wohnung des 60-Jährigen war ein Laptop gestohlen worden, auf dessen Festplatte sich offenbar große Mengen kinderpornografischer Dateien befanden. Die Rocker hätten diese Festplatte in ihren Besitz gebracht und den Eigentümer des Laptops damit erpresst, wirft die Staatsanwaltschaft dem Quartett vor. Der Erpresste hatte die Polizei eingeschaltet, Spezialkräfte nahmen die beiden Brüder beim verabredeten Übergabetermin des Geldes fest.

Der Verteidiger eines Angeklagten hatte gefordert, erst die Dateien des Laptops sichten zu müssen, weil sie für seine Verteidigungsstrategie wichtig sein könnten. Außerdem müssten noch rund 6000 Seiten Prozessakten ausgewertet werden. Dieser Forderung hatte Richterin Ferchland im Januar stattgegeben und die Verhandlung erst einmal ausgesetzt. Für die neue Hauptverhandlung sind insgesamt drei Prozesstage angesetzt. Zehn Zeugen und zwei Sachverständige sollen gehört werden.

Fotos vom ersten Prozess-Start im Januar

Start im Prozess gegen Göttinger Hells Angels in Kassel

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