Rockerclub hat keinen eigenen Ableger mehr in Kassel – Unterstützer sind aber weiter präsent

Hells Angels sind nicht mehr aktiv

Unterstützer der Hells Angels: Die Red Devils haben ihr Clubhaus an der Ochshäuser Straße. Foto: Schachtschneider

Der Rockerclub Hells Angels, der jahrelang mit den Bandidos einen Bandenkrieg führte, ist aus Kassel verschwunden. Auf der Mitgliederliste der Hells Angels Germany wird das Kasseler Charter (Ortsgruppe) nicht mehr aufgeführt. Dafür ist seit fünf Jahren mit den Red Devils ein Unterstützerclub der Hells Angels an der Ochshäuser Straße (Bettenhausen) präsent. Über kriminelle Verstrickungen ist nichts bekannt.

Die beiden Clubs haben nach Aussage des Kasseler Bandidos-Präsidenten Dirk S. nichts miteinander zu tun. Eines der bekanntesten Mitglieder der Hells Angels Kassel war Ulrich Detrois, der 1999 das Charter gegründet hatte und 2007 nach Streitigkeiten aus dem Club geworfen wurde. Später schrieb der gebürtige Kasseler in zwei Büchern über seine Erlebnisse und kooperierte mit der Polizei.

Bernd Carstensen, Vize-Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und Rocker-Club-Experte, spricht davon, dass das Gefahrenpotenzial einzelner Clubs davon abhänge, wie sie sich betätigten. Einige ließen sich nichts zuschulden kommen, andere würden ihre Einnahmen im Rotlichtmilieu, mit Waffenhandel oder Drogengeschäften erlangen. Das Geld werde in diesen Fällen oft in Security-Firmen, der Gastronomie, Tattoo-, Sonnen- oder Fitnessstudios gewaschen.

Carstensen fordert bei kriminellen Clubs einen permanenten Überwachungs- und Strafverfolgungsdruck durch Polizei und Verwaltung. (bal)

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