"Verdienste um das Ansehen der Polizei"

Henning Baum bekommt in Kassel Preis von Polizeigewerkschaft

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Henning Baum bekam in Kasseel einen Preis der Polizeigewerkschaft.

Kassel. Schauspieler Henning Baum ("Der letzte Bulle") kann sich über einen Preis der Polizeigewerkschaft freuen. Verliehen wurde der gestern in Kassel.

Sie wurde am Samstagabend sicher von vielen ihrer Kolleginnen beneidet: Polizeioberkommissarin Monika Sadowski-Jacobi war von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zur persönlichen Betreuerin für Schauspieler Henning Baum ernannt worden. Der 42-jährige Schauspieler aus Essen war im Bürgersaal des Kasseler Rathauses mit dem GdP-Stern für seine Rolle als Polizist Mick Brisgau in „Der letzte Bulle“ ausgezeichnet worden.

Baum spielt in der Sat.1-Krimiserie einen Polizisten, der nach 20 Jahren im Koma zurückkehrt und immer wieder mit unkonventionellen Ermittlungsmethoden und Aktionen aneckt.

Langweilig wurde es der Betreuerin nicht. Sie kümmerte sich darum, dass ein Knopf an Baums Jacket wieder angenäht wurde. Und auch darum, dass er ausreichend Wasser hatte, als er eine Stunde lang Autogramme gab, mit Fans plauderte und sich fotografieren ließen. Die Schlange im Bürgersaal schien kein Ende zu nehmen. Alle Dienstgrade waren heiß auf Baums Unterschrift. Der erste Eindruck des Schauspielers mit der kräftigen Stimme von Kassel: „Hier gibt es viele verrückte Polizistinnen, die ein Autogramm wollen.“

„Der ist einfach eine coole Socke“, sagt Monika Sadowski-Jacobi. „Der letzte Bulle kommt bei unseren Kollegen so gut an, weil er Rückgrat hat und seinen Vorgesetzten Paroli bieten kann.“ Baum zeige in seiner Rolle, dass bei aller Raubeinigkeit des Ermittlers hinter dem harten Kern ein Mensch stehe, sagte Lars Elsebach, Vorsitzender der GdP Kassel, in der Laudatio. Und das sei auch die Botschaft der Gewerkschaft: „Hinter jeder Uniform steht ein Mensch.“

Für einen „bemerkenswerten Preis, weil er nicht aus der Filmwelt kommt“, bedankte sich Baum in einer mitreißenden Rede. Sicher sei die Art und Weise, wie Mick Brisgau seine Fälle löse, nicht vorbildlich. Er sei ein Mensch mit Widersprüchen, aber auch mit einem Gewissen. Einer, der immer auf seine innere Stimme höre. Baums Vorstoß, es könne sicher nicht schaden, wenn junge Polizisten dazu motiviert würden, sich ihre innere Stimme zu erhalten, wurde mit tosendem Applaus quittiert.

Anerkennende Worte fand Baum auch für Jörg Bruchmüller (55), der ebenfalls mit dem GdP-Stern ausgezeichnet wurde. „So streitbare Personen wie Sie braucht es in der Politik.“

Jörg Bruchmüller

Bruchmüller, der von 2004 bis 2014 GdP-Landesvorsitzender war und jetzt Bundeskassierer ist, habe der „Politik immer die Stirn geboten“ sagte Stefan Rüppel, Vorsitzender der GdP Nordhessen. Unter Bruchmüllers Führung hätten die „schwersten Abwehrkämpfe der letzten Jahrzehnte“ gegen Sparmaßnahmen der Landesregierung stattgefunden. Bruchmüller, den Volker Bouffier bei einer Demonstration einst als „Krawallmacher“ bezeichnete, stellte in einer kämpferischen Dankesrede klar: „Die Polizei ist nicht der Politik verpflichtet, sondern den Bürgern.“

Diesen Ball nahm Baum auf: „Polizei und Bürger müssen sich verbinden, um die Zivilgesellschaft zu erhalten und zu stärken.“ Damit machte sich der „letzte Bulle“ noch beliebter. „So wie er wären auch gern viele Kollegen“, erklärt Gerald Hoffmann, Leitender Kriminaldirektor, Baums Beliebtheit. „Er ist ein ansehnlicher Typ, sympathisch und kommt gut rüber.“

Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehörten unter anderem Moderator Rudi Cerne, Tatort-Schauspielerin Ulrike Folkerts und der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sowie die Schauspieler Jan Fedder, Iris Berben und Evelyn Hamann.

Henning Baum von Polizeigewerkschaft ausgezeichnet

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