Arbeitsplätze sollen bleiben

Henschel heißt jetzt Danieli: Spezialist für Schrottscheren hat neuen Eigentümer

Spezialgerät für Murmansk: Diese in Kassel hergestellte Schrottschere soll ausrangierte russische Atom-U-Boote zerlegen. Vorn im Bild die Mitarbeiter Hans Schönewald und Maik Straubel. Foto: Fischer

Kassel. Der italienische Großkonzern Danieli (9400 Mitarbeiter) ist neuer Eigentümer der in Kassel ansässigen Firma Akros Henschel. Das bestätigte der neue Eigentümer, ohne Angaben zum Kaufpreis zu machen.

Die Kasseler Firma mit Sitz auf dem ehemaligen Henschelgelände Mittelfeld hat 40 Mitarbeiter und ist auf den Bau von Schrottscheren und Schrottpressen spezialisiert. Im vergangenen Jahr machte die Firma 30 Millionen Euro Umsatz. Nach Angaben von Betriebsleiter Eric Fromont sollen alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Hintergrund für den Verkauf durch den bisherigen französischen Eigentümer sind dem Vernehmen nach Altersgründe. Der Chef des Familienunternehmens wolle sich aus dem Geschäft zurückziehen.

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Die Auftragsbücher des Kasseler Traditionsunternehmens sind nach Angaben der Betriebsleitung jedenfalls gut gefüllt. Unter anderem arbeitet man an einer Schrottschere zum Zerkleinern von ausrangierten russischen Atom-U-Booten. Die Lieferung des Spezialgeräts wird nach Murmansk gehen, wo die U-Boote liegen.

Seit der Übernahme durch Akros im Sommer 2006 war es mit der Kasseler Firma deutlich bergauf gegangen. Der Vorgänger, die Henschel Recycling-Technik (HRT), hatte Insolvenz anmelden müssen. Auch damals waren die Auftragsbücher voll. Der Eigentümer, eine Beteiligungsgesellschaft, hatte allerdings so viel Kapital abgezogen, dass kein Geld für Investitionen mehr übrig war.

Der Firma Henschel bleibt auch nach der erneuten Übernahme erhalten. Nach Angaben der italienischen Firmenzentrale in Buttrio heißt die Firma ab sofort Danieli Henschel.

Die Firma hat ihre Wurzeln in dem früheren Kasseler Großunternehmen, das im Jahr 1810 durch Christian Carl Henschel gegründet wurde.

Von Thomas Siemon

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