Henschel-Museum beherbergt nun auch ein Archiv und eine technische Bibliothek

Stolz auf das Archiv: Peter Wiegelmann (von links), Wirtschaftsförderer Thilo von Trott zu Solz, Archivleiter Peter Zander, Achim Wickmann und Helmut Weich setzen sich für das Henschel-Museum ein. Foto: Koch

Kassel. Das Henschel-Museum auf dem ehemaligen Werksgelände in Rothenditmold ist um eine Attraktion reicher. Es beherbergt nun ein Archiv und eine technische Bibliothek mit 500 000 Exponaten - historische Fotos, Zeichnungen, Filme und Modelle, die für Präsentationen und Ausstellungen gefertigt wurden.

Kochbuch der Familie

Zu den Zeitdokumenten aus der Geschichte des Kasseler Traditionsunternehmens gehört auch ein Film über Lokomotiven, die eigens für Brasilien angefertigt und dorthin verschifft wurden.

Erstmals öffentlich zugänglich ist auch das historische Familienarchiv, das Werner Patrick Henschel, Sohn des letzten Firmenchefs Oscar Robert Henschel, 2008 dem Museum stiftete und das neben persönlichen Aufzeichnungen und Geschäftsunterlagen aus der Zeit von 1790 bis 1957 Originalzeichnungen von Werner Henschel und ein von Sophie Henschel verfasstes Kochbuch enthält.

Das umfangreiche Material aus der Firmengeschichte, das in mühevoller Arbeit gesichtet, geordnet und gesichert werden musste, zeichnet den Bau von Lokomotiven, Nutzfahrzeugen und Sondermaschinen nach. Es enthält historische Lokomotivzeichnungen, die ab 1848 angefertigt wurden, dem Baujahr der ersten Henschel-Lokomotive, des berühmten Drache. Peter Zander, Leiter des Henschel-Archivs, sprach bei der Eröffnung des historischen Lokomotivarchivs von einer Sammlung, die in Europa ihresgleichen suche. Es gebe weltweit ein reges Interesse an dem Material, das vor allem bei Sachbuchautoren und Modellbauern gefragt sei.

Der Eisenbahnhistoriker hatte 2006 mit der Erschließung des Lok-Archivs begonnen, das damals in einem Raum ohne Heizung untergebracht war. 2009 kam Holger Werner hinzu, der sich seitdem ehrenamtlich um das Nutzfahrzeugarchiv kümmerte. Inzwischen ist mit Gerd Müller ein weiterer Mitarbeiter im Einsatz, der die technische Bibliothek betreut.

Dank einer Spende der Dietrich H. Boesken-Stiftung Singen in Höhe von 10 000 Euro und 5000 Euro von der Stadt Kassel sowie weiteren Unterstützern konnten die Archivräume im zweiten Stock des Henschel-Museums hergerichtet werden.

„Der gute Henschel-Stern leuchtet weiter“, sagte Helmut Weich vom Vorstand des Henschel-Museums, das seit seiner Eröffnung im Jahr 2004 16 500 Besucher zählte. (els)

Henschel-Archiv, Wolfhager Straße 109, Öffnungszeiten dienstags und freitags 10 bis 14 Uhr, donnerstags 14 bis 20 Uhr; Henschel-Museum, Wolfhager Straße 109, geöffnet jeweils am ersten Samstag und Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr. Telefon 05 61/8 01 72 50.

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