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Arbeitslosigkeit in Nordhessen leicht gesunken – Risiken durch hohe Kosten und Lieferprobleme

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Die Arbeitslosenzahlen für den Agenturbezirk Kassel
Die Arbeitslosenzahlen im Überblick. © HNA Grafik

Im Lauf des September ist die Arbeitslosigkeit in der Region saisonbedingt gesunken. Wir erklären, warum die Herbstbelebung diesmal etwas schwächer ausgefallen ist.

Kassel – Nicht nur meteorologisch ist im Herbst mit mehr Wind zu rechnen. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist ab September regelmäßig ein Aufwind zu verzeichnen. So ist auch diesmal die Zahl der Arbeitslosen in der Region gesunken. Allerdings fällt die Herbstbelebung etwas weniger stark aus als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Im Agenturbezirk Kassel, zu dem neben Stadt und Landkreis auch der Werra-Meißner-Kreis gehört, gibt es aktuell knapp 17 000 Arbeitslose. Das entspricht einer Quote von 5,9 Prozent. Vor einem Monat lag die Quote zwar noch bei 6,1 Prozent. Vor einem Jahr sah es mit 5,4 Prozent allerdings noch besser aus.

„Der nordhessische Arbeitsmarkt präsentiert sich auch zum Herbststart unaufgeregt, ist aber nach wie vor von dem Ukraine-Effekt gekennzeichnet“, sagt Agenturchef Detlef Hesse. Im Vergleich zum August sei im SGB-II-Bereich, also bei den Leistungsempfängern der Jobcenter, zwar ein leichter Rückgang festzustellen. Gegenüber dem Vorjahr schlägt allerdings ein deutliches Plus von knapp 20 Prozent zu Buche. Das liege an der hohen Zahl ukrainischer Geflüchteter in den letzten Monaten und wirke sich vor allem im Landkreis Kassel aus, erläutert der Agenturchef.

So hat sich in Kassel die Arbeitslosenquote binnen Jahresfrist lediglich um 0,2 Prozentpunkte erhöht und liegt jetzt bei 7,9 Prozent. Der Landkreis mit aktuell 4,6 Prozent steht zwar nach wie vor deutlich besser da als die Großstadt, gegenüber dem Vorjahr mit 3,6 Prozent ist aber eine deutliche Verschlechterung eingetreten.

Über Branchen und Kreise hinweg belaste der anhaltende Fachkräftemangel die Unternehmen in der Region, betont Detlef Hesse. Ein Indikator dafür ist der hohe Bestand an aktuell 4144 offenen Stellen im Agenturbezirk.

„Hinzu kommt, dass vielen Betrieben wegen der hohen Energiekosten, Lieferkettenproblemen oder Rohstoffmangel die wirtschaftliche Schieflage droht“, sagt Hesse. Er ruft Betriebe dazu auf, notfalls das Instrument der Kurzarbeit zu nutzen. Bis Jahresende seien die Zugangserleichterungen dafür verlängert worden.

Im September seien im gesamten Agenturbezirk lediglich sieben geprüfte Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für 24 Beschäftigte registriert worden, berichtet Hesse. „Damit ist die Nachfrage nach dieser Unterstützung auf den niedrigsten Wert seit Monaten gesunken.“ Das könnte sich in den kommenden Monaten ändern. Der Wind auf dem Arbeitsmarkt droht kälter zu werden. (Katja Rudolph)

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