Forschungseinrichtung ist einzigartig in Nordhessen - Wintershall spendet 5000 Euro

Herderschule nun mit Genlabor

Eröffneten Nordhessens erstes Genlabor: Aaron Jabs (von links), Tobias Friedrich und Pauline Rathmann aus dem Biologie-Leistungskurs der Herderschule, Schulleiter Martin Sauer, Laborleiterin Dr. Andrea Bette, Prof. Wolfgang Nellen (Uni Kassel) und Dr. Rainer Seele (Wintershall). Foto: Schaffner

Kassel. In den Räumen der Kasseler Herderschule hat gestern Nordhessens erstes Genlabor für Schüler eröffnet. Die Forschungseinrichtung bietet in Kooperation mit der Universität Kassel Schülern aus der Region ab sofort die Möglichkeit, mit DNA zu experimentieren und gentechnische Produkte herzustellen.

Die Vorgaben aus dem Kultusministerium sind eindeutig: Oberstufenschüler sollten im Biologieunterricht praktische Kenntnisse auf dem Gebiet der Molekularbiologie erwerben. Das war in Kassel und der Umgebung bislang allerdings nicht möglich, da keine Schule über eine entsprechende Ausstattung verfügt. Mit dem neuen Forschungslabor in der Herderschule wird diese Lücke geschlossen. „Wir sind stolz darauf, Schülern jetzt auch praktisch zeigen zu können, wie Genetik funktioniert“, sagt Biologielehrerin Dr. Andrea Bette von der Herderschule, die das Labor leitet.

Kurse für Schulklassen

Das Labor bietet mit Dozenten vom Fachgebiet Genetik der Uni Kassel ein- und zweitägige Kurse für Schulklassen an. „Unser Ziel ist es, Wissenschaft verständlich und transparent zu vermitteln“, sagt Fachgebietsleiter Prof. Wolfgang Nellen. Das Angebot umfasst Lehrveranstaltungen zum genetischen Fingerabdruck, gewährt Einblicke in die Forensik und die Herstellung gentechnischer Produkte, zum Beispiel laktosefreie Milch. „Wir verstehen uns aber auch als Plattform für Podiumsdiskussionen, Vortragsreihen und betreuen Forschungsvorhaben von Schülern“, sagt Dr. Andrea Bette.

Das Labor mit einem Experimentierraum für 25 Schüler befindet sich in ehemaligen Abstell- und Vorbereitungsräumen für den Biologieunterricht. Für den fast zweijährigen Umbau und die Ausstattung waren Investitionen in Höhe von 70 000 Euro veranschlagt. „35 000 Euro haben wir bereits zusammen“, sagt die Laborleiterin. Davon seien 20 000 Euro vom Landkreis Kassel, dem Träger der Herderschule, in die Forschungseinrichtung geflossen. Finanzielle Unterstützung kommt auch von Sponsoren aus der Wirtschaft. So hat Wintershall dem Labor zum Start 5000 Euro gespendet. Der Vorstandsvorsitzende des Kasseler Erdöl- und Erdgasproduzenten, Dr. Rainer Seele, sagte bei der Eröffnung: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man während der Schulzeit eine Leidenschaft für Naturwissenschaft entwickeln kann und das fördern wir.“

Der Umbau ist dank der Spenden zwar abgeschlossen, die ersten Geräte sind angeschafft - um jedoch weitere Zentrifugen und Wärmeblöcke kaufen zu können, ist das Labor auf weitere Spenden angewiesen. (psn)

Mehr Informationen und Anmeldungen bei Dr. Andrea Bette: Tel. 0561-54817 oder per E-Mail: dr-abette@t-online.de

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