Tausende Menschen an der Strecke

Herkules-Bergpreis 2015: Automobile Raritäten und skurrile Outfits

Kassel/Habichtswald. Tausende Menschen schauten sich am Samstag beim Herkules-Bergpreis Automobile Raritäten und die herrlich skurrilen Outfits ihrer Fahrer an.

Ohrenbetäubender Motorenlärm, der Geruch von verbleitem Benzin und herrlich skurrile Automobilisten, die im Stil des jeweiligen Baujahres ihrer Fahrzeuge gekleidet waren: Rund um den Gutshof unterhalb des Schlosses an der Wilhelmshöher Allee haben sich am zurückliegenden Wochenende erneut tausende von Oldtimer-Fahrern, Fans und Schaulustigen zum Herkules-Bergpreis versammelt – einem Rennen, bei dem es nicht um Tempo, sondern darum geht, bei etwa 28 Stundenkilometern eine bestimmte Strecke in einer vorgegebenen Zeit zu fahren. Dabei geht es um Zehntel Sekunden.

Hier finden Sie den Zeitplan, Informationen über Straßensperrungen und weitere Informationen zum Bergpreis 2015.

Der Bergpreis, der auf Rallyes in den 1920er-Jahren zurückgeht, in den 1950er-Jahren als reines Motortradrennen von sich Reden machte und den der Kurhessische Motorsport-Club Kassel (KMCK) vor zehn Jahren neu aufgelegt hat, ist eine beeindruckende und kurzweilige Veranstaltung, der selbst die Herzen nicht Auto-afiner Menschen höher schlagen lässt.

148 fahrbereite, liebevoll restaurierte, auf Hochglanz polierte Autos und Motorräder aus neun Jahrzehnten, Raritäten aus aller Herren Länder, kleine und große Fahrzeuge, Motorräder und so allerlei Zubehör – die optische Reizüberflutung kann kaum gesteigert werden. Der Faszination dieser automobilen Schätze kann sich kaum jemand entziehen.

Gut, da droht ein Defekt schon mal die Stimmung eines Teilnehmers zu trüben. Aber wer sein Auto liebt, der weiß es auch zu reparieren. So der Bad Wildunger Richard Salter, der einen MG von 1947 sein eigen nennt. Der Hauptzylinder machte Ärger. Der gebürtige Brite brachte das natürlich in Ordnung. „Ich kenne doch jede Schraube an diesem Wagen. Schließlich gehört er seit 1971 zur Familie“.

Für Jochen Zinke aus Söhrewald ist die Teilnahme mit seiner BMW Isetta von 1957 Ehrensache. Mit ihren zwölf PS war der Winzling mutmaßlich der PS-ärmste Teilnehmer. „Aber sie kommt problemlos jeden Berg hoch“, sagt Zinke. Werner Gerhold aus Kassel und seine Freunde Günter Kallweit aus Schaumburg sowie Charly Fernau aus Fuldabrück mögen es gediegen. Gekleidet in feinsten Tweed wie er zu Anfang des vorigen Jahrhunderts getragen wurde, präsentierten sie stolz einen Mercedes SL von 1955 beziehungsweise einen Ford Speedster von 1930.

Einer der originellsten Teilnehmer und Fahrzeuge waren erneut Wolfgang Pfister und seine BMW R27 von 1957. Die Maschine fuhr seinerzeit als Sanitätsfahrzeug fürs Rote Kreuz in Konvois. Nicht nur das Motorrad und die Ausrüstung sind 100-prozentig original, sondern auch die graue Flanelluniform des 77-jährigen Wolfhagers, die Schuhe und sogar „die Unterwäsche“ aus jener Zeit, wie der Rentner glaubhaft versicherte.

Auch am Sonntag kommen Oldtimer-Fans nochmal auf ihre Kosten: Von 9 bis 13 Uhr drehen die Wagen ihre Runden.

Impressionen vom Herkules-Bergpreis 2015 (Teil 1)

Impressionen vom Herkules-Bergpreis 2015 (Teil 2)

Impressionen vom Herkules-Bergpreis 2015 (Teil 3)

Impressionen vom Herkules-Bergpreis 2015 (Teil 4)

Impressionen vom Herkules-Bergpreis 2015 (Teil 5)

Impressionen vom Herkules-Bergpreis 2015 (Teil 6)

Mehr lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe.

Rubriklistenbild: © Fischer/HNA

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