Pyramide ab Mitte Juni wieder für Besucher geöffnet - Neue Wendeltreppe und Fenster

Herkules mit Durchblick

Blick vom Herkules auf die Aussichtsterrasse: Der Pavillon ist durchgerostet und wird durch einen Neubau ersetzt.

Kassel. Der Endspurt für die Wiedereröffnung des Herkules hat begonnen. Ab Mitte Juni sollen die Besucher wieder zur großen Aussichtsplattform hinauf und von dort zur Pyramide gehen können. „Es ist noch jede Menge zu tun, aber der Termin steht“, sagt Bauleiter Heinz Wirdl vom hessischen Baumanagement. Zeitgleich mit der Eröffnung des Besucherzentrums soll Kassels beliebtestes Ausflugs-ziel mit neuen Attraktionen aufwarten.

Noch nie in der fast 300-jährigen Geschichte des Herkules hatten die Besucher eine so grandiose Rundumsicht, wie sie jetzt vorbereitet wird. Die Bauleute passen in diesen Tagen die Fenster ein, die die bisherigen Holzverschläge ersetzen. Am Fuß der Pyramide sind es riesige Panorama-Scheiben. Nach oben werden sie immer kleiner, aber immer noch größer als ein normales Wohnzimmerfenster.

Spezialanfertigungen

„Das sind alles Spezialanfertigungen, die sehr gut abgedichtet sein müssen“, sagt Heinz Wirdl. Nach der aufwendigen Steinsanierung der Pyramide soll nicht gleich wieder Feuchtigkeit eindringen. Die Bauarbeiter klettern über lange Leitern in die oberen Stockwerke der Pyramide. In den nächsten Wochen wird hier eine neue Wendeltreppe aus Stahl eingebaut. 15 Meter Höhenunterschied muss sie überbrücken.

Gemeinsam mit Astrid Schlegel, Architektin und Denkmalpflegerin bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), feilt Bauleiter Wirdl noch an der Ausführung. Die Treppe muss so stabil sein, dass sie den erhofften Besucherandrang verkraftet. Gleichzeitig soll sie aber auch optisch ansprechend sein, mit einem Mittelrohr, in dem die dicken Stromkabel für die Beleuchtung verschwinden.

Auch die Sanierung der nach dem Architekten Jussow benannten Treppe, die zur Aussichtsplattform hinaufführt, geht dem Ende entgegen. Den Abschluss wird ein neuer und ebenfalls transparenterer Pavillon bilden, der den durchgerosteten Vorgängerbau ersetzt. Diese Arbeiten konnten zum größten Teil auch in den Wintermonaten vorangetrieben werden. Bei der Tuffsteinsanierung am Oktogon war das schwieriger.

Selbst in den vergangenen Tagen, als um die Mittagszeit schon fast sommerliche Temperaturen erreicht wurden, war es nachts noch empfindlich kalt. „Dann macht das Verfugen keinen Sinn, weil der Mörtel nicht hält“, sagt Heinz Wirdl.

30 Millionen Euro kostet die umfangreiche Sanierung des Herkules, die noch gut zwei Jahre dauern wird. Seit November war der Weg zur Aussichtsplattform gesperrt. Am Zugang über die Nordseite gegenüber den Herkulesterrassen ändert sich nichts. Danach gibt es ab Mitte Juni aber einige neue Durch- und Ausblicke zu entdecken.

Mehr zum Herkules unter www.hna.de/wiki

Von Thomas Siemon

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