Besucherzentrum am Herkules: Hunderte kamen zur Eröffnung

Volles Haus: Die Eröffnung des Besucherzentrums verfolgten mehrere Hundert Besucher. Herkules’ Heldentat als „Putzmann“ stellte Stefan Becker vom Spielraumtheater dar (von links). Prof. Bernd Küster, Chef der Museumslandschaft Hessen Kassel, lobte die Arbeit der Architekten Volker Staab und Per Pedersen ebenso wie Ernst Wegener vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Fotos:  Herzog

Kassel. Nur der Herkules selbst hatte für das Besucherzentrum hinter seinem Rücken nicht mal einen Schulterblick übrig. Dafür strömten jedoch Hunderte Besucher am Samstagmittag zur Eröffnung. Einziger Wermutstropfen: Es gab ein Verkehrschaos auf der Zufahrt.

Vor dem Beginn der Wasserspiele um 14 Uhr nahm der Andrang sogar dermaßen zu, dass die Zufahrt zu den Parkplätzen verstopfte. Die Polizei sperrte daraufhin die Straße ab dem Ehlener Kreuz, auch die Busse kamen nicht mehr bis zum Herkules durch. Fahrgäste mussten den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen.

Während das Verkehrschaos für Ärger sorgte, hörte man von denen, die es zu dem großzügigen Neubau einige Meter unterhalb von Kassels Wahrzeichen geschafft hatten, viel Lob. Als „Geniestreich“ bezeichnete Prof. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), die Arbeit der Architekten um Volker Staab. Das Gebäude „empfängt den Besucher mit großzügiger Geste, aber überwältigt ihn nicht“.

Auch Ernst Wegener, der in Vertretung der erkrankten Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann sprach, war voll des Lobes für das innerhalb von zwei Jahren Bauzeit für 4,6 Mio. Euro entstandene Informationszentrum (rund eine Mio. davon für die Erneuerung der Wasserleitungen). Während früher Besucher an einer Kasse nach Art einer „Grenzkontrollstelle“ ihren Eintritt lösen mussten, stelle das preisgekrönte neue Gebäude „auch eine Geste des Willkommens dar“, sagte Wegener.

In Sachen Service und Information beginnt am Herkules jetzt ein neues Kapitel: Info-Tafeln, Filme, eine Garderobe und Schließfächer, Toiletten und jede Menge Souvenirs und Publikationen zur Museumslandschaft bietet das neue Besucherzentrum.

Sanierungen am Herkules von den 50er-Jahren bis heute

Im September 1952 wurde der Kopf des Herkules zur Reparatur in die Pyramide heruntergelassen. © 
Einrüstung des Herkules 1952. © Kurt Sandrock
Bauarbeiten im Jahr 2003 © 
Bauarbeiter neben der Hand der Herkules-Statue. Das Repro des Bildes stammt aus dem Jahr 2004. Wann es aufgenommen wurde ist nicht bekannt. © HNA
Herkules-Baustelle 2007: Besucherplattform wird geöffnet. © Fischer
Die Restaurierungsarbeiten am Herkules verzögern sich im Herbst 2007 wegen größerer Schäden als angenommen. Bauführer Hendrik Schneider und Satya Haar arbeiten an der Figur. © 
Kran am Herkules im Jahr 2006. © 
Martin Gümpel (Firma Kronibus Bau, Kassel) beim Herausstemmen eines Fensterrahmens, mit Blick auf Kaskaden und Schloss Wilhelmshöhe im Jahr 2006. © Schoelzchen
Der abgeschraubte Kopf des Herkules schwebt am Mittwoch (18.10.2006) in Kassel am Seil an Schloss Wilhelmshöhe vorbeil. Denkmalschützer trennten das 1,55 Meter hohe Haupt der Statue ab, um den aus Kupferblech bestehenden Helden restaurieren zu können. Erst zum zweiten Mal in seiner fast 300-jährigen Geschichte musste das Haupt der gut acht Meter hohen Statue zur Sanierung entfernt werden. © dpa
Gerüst an oberster Plattform in 2007. © 
Mai 2008: Heinz Wirdl, Projektleiter HBM Hessisches Baumanagement mit einem Fuß der Statur. © Schoelzchen
Tag der offenen Baustelle am Herkules in 2009: Gruppenführung unter dem Oktogon. © Koch
Sanierung im Jahr 2010. © 
Sanierung im Jahr 2010. © 
Sanierung im Jahr 2010. © 
Sanierung im Winter 2010. © 
Blick auf das neue Besucherzentrum am Herkules im Frühjahr 2011. © Koch
Die neuen Tuffsteine werden im April 2011 aufgeraut. © 
In den Raum unter der Pyramide werden 2011 riesige Scheiben engesetzt. © Koch

Wer war Herkules - diese Frage beantwortete launig Stefan Becker vom Spielraumtheater. Der erste Putzmann überhaupt sei der antike Sagenheld gewesen, ließ Becker in Verkleidung als Gebäudereiniger wissen und stellte mit Klobürste und Mopp die Reinigung der Ställe des Augias dar.

Mit Gegrilltem oder Süßem, und Getränken konnten sich die Besucher am Herkules noch stärken, bevor die Wasserspiele zum Abstieg in den Bergpark lockten. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.