Herkules-Racing-Team auf Zielgeraden für internationales Studentenrennen

Sie gehören zum Projektteam: Lukas Bogdale (im Cockpit) Tobias Sachs (von links), Philipp Klein, Jakob Müller, Jens Kutschera, Mathias Dohmann, Clemens Schulze, Christoph Hildebrandt und Martin Erbe. Foto:  Dilling

Kassel. Clemens Schulze gibt schon mal Gas. Der Rennwagen macht einen Satz nach vorn und rast wie eine flache Flunder in die erste Kurve: Im Simulationsprogramm am Computer klappt schon, was sich 43 Studenten der Universität Kassel vorgenommen haben.

Sie wollen im August 2011 auf dem Hockenheimring beim internationalen Wettbewerb „Formula Student“ die besten Neulinge im Rennzirkus sein.

Den Flitzer aus Kassel gibt es mit Ausnahme des Motors, der Felgen, des Lenkrads und einiger anderer Komponenten bisher nur als Konstruktion im Computer sowie als Styropor- und Holzmodell in der Werkstatt des Fachbereichs Maschinenbau. Dennoch fühlen sich die angehenden Maschinenbauer, Mechatroniker, Wirtschaftsingenieure, Elektrotechniker und Produktdesigner dank einer Schar von Sponsoren und der Unsterstützung der Universität nach knapp eineinhalb Jahren des Tüftelns und Planens mit ihrem Rennwagenprojekt auf der Zielgeraden. Bis Ostern kommenden Jahres wollen sie ihren Flitzer, der 250 Kilogramm leicht sein und mit 85 Pferdestärken in vier Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen soll, fertig montiert haben. Dann starten die Tüftler mit dem Renner, der eine Karosserie aus naturfaserverstärktem Kunststoff erhält, zu den ersten Probefahrten. Schon vorher dürfen sie mit einem geliehenen Kart auf dem Parkplatz des Baunataler Volkswagenwerks üben.

Seit der Präsentation des Projekts im Sommer 2009 auf dem Uni-Campus, damals noch mit einem ausgeliehenen Rennwagen der Uni Paderborn, haben die Studenten eine Menge Hürden auf dem Weg zu ihrem Herkules-Rennstall überwunden. „Geld zu bekommen, war am schwersten“, sagt Team-Mitglied Christoph Hildebrandt.

Mit Beharrlichkeit kamen die Studenten trotzdem ans Ziel. Das Bildungszentrum Kassel helfe beim Verschweißen des Gitterrohrrahmens, erzählt Lukas Bogdale. Das VW-Werk wird einen Teil der Fertigung übernehmen, andere Betriebe lieferten gratis die nötigen Computerprogramme. Die Studenten suchen noch Zerspanungsfirmen, Unternehmen, die bei der Logistik helfen und weitere Studenten als Mitstreiter. Entscheidend sei die - nicht nur finanzielle - Unterstützung durch den Fachbereich Maschinenbau gewesen. „Ohne die wären wir nicht da, wo wir jetzt sind“, sagt Hildebrandt.

Zwischendurch meisterten die Studenten, die sich von dem Projekt auch Kontakte zu künftigen Arbeitgebern aus der Automobilindustrie versprechen, auch einen Tiefpunkt: Beim Besuch eines Formula-Rennens auf dem Hockenheimring habe man festgestellt, dass der eigene Rennwagen zu lang für die Kurven sei, erzählt Bogdale. Deshalb mussten sie nicht nur das Fahrwerk ganz neu konstruieren. (pdi) HINTERGRUND

Das Herkules-Racing-Team präsentiert sein Rennwagen-Projekt heute, Donnerstag, 25. November, von 16 bis 20 Uhr im Gießhaus, Mönchebergstraße 7, während einer Feier seinen Sponsoren. Eingeladen sind auch neue Interessenten, die das Projekt unterstützen wollen. Info und Kontakt:

www.herkulesracing.de

info@herkulesracing.de

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