Herkules-Sanierung wird immer teurer - Bauarbeiten verzögern sich

Kassel. Die Bauarbeiten am Herkules verzögern sich und werden teurer als geplant. Ursprünglich waren für die Sanierung von Kassels Wahrzeichen 21 Millionen Euro veranschlagt, aktuell spricht das Ministerium von 30 Millionen Euro.

Wahrscheinlich ist, dass es auch dabei nicht bleiben wird.

Die jüngste Hiobsbotschaft: Bei den Arbeiten an der Wendeltreppe zur Besucherplattform wurden bislang unbekannte Schäden festgestellt. „Mit solchen Problemen hatten wir es am Herkules immer wieder zu tun“, sagt Eva Kühne-Hörmann, die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst (CDU). Bereits bei den Arbeiten am Oktogon sei hinter der ersten Schicht aus Tuffstein völlig marodes Mauerwerk aufgetaucht. Über Jahrzehnte ist hier Feuchtigkeit eingedrungen.

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Kühne-Hörmann bestätigte HNA-Informationen, wonach die geplanten 200 Millionen Euro für den Ausbau der Museumslandschaft in Kassel nicht ausreichen werden. Schon jetzt ist klar, dass die geplanten Sanierungen und Ausbauten mindestens 24,5 Millionen Euro mehr kosten werden. Neben den nicht vorhersehbaren größeren Schäden zum Beispiel am Herkules nennt Kühne-Hörmann die gestiegene Mehrwertsteuer und höhere Preise für Baumaterial als Gründe. Neben dem Herkules ist im Bergpark die Löwenburg der dickste Brocken. Deren Sanierung, die nächstes Jahr beginnt, soll nach derzeitigem Stand 28 Millionen Euro kosten. In der ersten Planung im Jahr 2004 war noch von 19,5 Millionen Euro die Rede.

Sanierungen am Herkules von den 50er-Jahren bis heute

Im September 1952 wurde der Kopf des Herkules zur Reparatur in die Pyramide heruntergelassen. © 
Einrüstung des Herkules 1952. © Kurt Sandrock
Bauarbeiten im Jahr 2003 © 
Bauarbeiter neben der Hand der Herkules-Statue. Das Repro des Bildes stammt aus dem Jahr 2004. Wann es aufgenommen wurde ist nicht bekannt. © HNA
Herkules-Baustelle 2007: Besucherplattform wird geöffnet. © Fischer
Die Restaurierungsarbeiten am Herkules verzögern sich im Herbst 2007 wegen größerer Schäden als angenommen. Bauführer Hendrik Schneider und Satya Haar arbeiten an der Figur. © 
Kran am Herkules im Jahr 2006. © 
Martin Gümpel (Firma Kronibus Bau, Kassel) beim Herausstemmen eines Fensterrahmens, mit Blick auf Kaskaden und Schloss Wilhelmshöhe im Jahr 2006. © Schoelzchen
Der abgeschraubte Kopf des Herkules schwebt am Mittwoch (18.10.2006) in Kassel am Seil an Schloss Wilhelmshöhe vorbeil. Denkmalschützer trennten das 1,55 Meter hohe Haupt der Statue ab, um den aus Kupferblech bestehenden Helden restaurieren zu können. Erst zum zweiten Mal in seiner fast 300-jährigen Geschichte musste das Haupt der gut acht Meter hohen Statue zur Sanierung entfernt werden. © dpa
Gerüst an oberster Plattform in 2007. © 
Mai 2008: Heinz Wirdl, Projektleiter HBM Hessisches Baumanagement mit einem Fuß der Statur. © Schoelzchen
Tag der offenen Baustelle am Herkules in 2009: Gruppenführung unter dem Oktogon. © Koch
Sanierung im Jahr 2010. © 
Sanierung im Jahr 2010. © 
Sanierung im Jahr 2010. © 
Sanierung im Winter 2010. © 
Blick auf das neue Besucherzentrum am Herkules im Frühjahr 2011. © Koch
Die neuen Tuffsteine werden im April 2011 aufgeraut. © 
In den Raum unter der Pyramide werden 2011 riesige Scheiben engesetzt. © Koch

In den laufenden Haushaltsberatungen wird Kühne-Hörmann diese Posten vortragen. „Das wird nicht leicht“, sagt sie. Abstriche am Gesamtkonzept will sie aber nicht machen. „Wir haben das angefangen, jetzt müssen wir es auch zu Ende bringen“, sagt die Ministerin. Schon wegen der Welterbe-Bewerbung müssten alle Planungen umgesetzt werden.

Von Thomas Siemon

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