Herkules-Sanierung wird immer teurer - Bauarbeiten verzögern sich

Kassel. Die Bauarbeiten am Herkules verzögern sich und werden teurer als geplant. Ursprünglich waren für die Sanierung von Kassels Wahrzeichen 21 Millionen Euro veranschlagt, aktuell spricht das Ministerium von 30 Millionen Euro.

Wahrscheinlich ist, dass es auch dabei nicht bleiben wird.

Die jüngste Hiobsbotschaft: Bei den Arbeiten an der Wendeltreppe zur Besucherplattform wurden bislang unbekannte Schäden festgestellt. „Mit solchen Problemen hatten wir es am Herkules immer wieder zu tun“, sagt Eva Kühne-Hörmann, die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst (CDU). Bereits bei den Arbeiten am Oktogon sei hinter der ersten Schicht aus Tuffstein völlig marodes Mauerwerk aufgetaucht. Über Jahrzehnte ist hier Feuchtigkeit eingedrungen.

Weiter Informationen zum Herkules auch in unserem Regiowiki.

Kühne-Hörmann bestätigte HNA-Informationen, wonach die geplanten 200 Millionen Euro für den Ausbau der Museumslandschaft in Kassel nicht ausreichen werden. Schon jetzt ist klar, dass die geplanten Sanierungen und Ausbauten mindestens 24,5 Millionen Euro mehr kosten werden. Neben den nicht vorhersehbaren größeren Schäden zum Beispiel am Herkules nennt Kühne-Hörmann die gestiegene Mehrwertsteuer und höhere Preise für Baumaterial als Gründe. Neben dem Herkules ist im Bergpark die Löwenburg der dickste Brocken. Deren Sanierung, die nächstes Jahr beginnt, soll nach derzeitigem Stand 28 Millionen Euro kosten. In der ersten Planung im Jahr 2004 war noch von 19,5 Millionen Euro die Rede.

Bilderstrecke zu den Sanierungen am Herkules

Sanierungen am Herkules von den 50er-Jahren bis heute

In den laufenden Haushaltsberatungen wird Kühne-Hörmann diese Posten vortragen. „Das wird nicht leicht“, sagt sie. Abstriche am Gesamtkonzept will sie aber nicht machen. „Wir haben das angefangen, jetzt müssen wir es auch zu Ende bringen“, sagt die Ministerin. Schon wegen der Welterbe-Bewerbung müssten alle Planungen umgesetzt werden.

Von Thomas Siemon

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