Herkules: Bauarbeiten verzögern sich um sechs Wochen

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Die Treppe muss stabiler werden: Bauleiter Heinz Wirdl hält eine Bohrprobe in der Hand.

Kassel. In den alten Plänen gibt es detaillierte Angaben zu den Reparaturarbeiten in früheren Jahren. Seit der Herkules mit seinem mächtigen Unterbau, dem Oktogon, vor fast 300 Jahren fertig wurde, hatten die Handwerker immer wieder gut zu tun. Die Pläne von früheren Sanierungsarbeiten könnten hilfreich sein.

Doch das sind sie oft nicht, denn sie enthalten ungenaue und schlichtweg falsche Angaben. Ausgerechnet auf dem Weg zur großen Besucherplattform unterhalb der Pyramide war das mal wieder so. „Von den eingezeichneten Bewehrungen haben wir so gut wie nichts vorgefunden“, sagt Bauleiter Heinz Wirdl vom Hessischen Baumanagement.

Marode Wendeltreppe

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Bewehrung nennen Fachleute die Eisenkonstruktion im Beton. Wenn die fehlt, ist es mit der Standfestigkeit nicht weit her. Vor 50 bis 60 Jahren war die nach dem Architekten Jussow benannte Wendeltreppe, die zur Plattform führt, zuletzt saniert worden. Warum man damals weitgehend auf die Bewehrung verzichtet hat, weiß Heinz Wirdl nicht. Ihm wirft das den Zeitplan aber gehörig durcheinander.

Denn eigentlich hätten das neue Besucherzentrum zusammen mit der Treppe und dem Zugang zur Pyramide gemeinsam am Pfingstwochenende eröffnet werden sollen. Daraus wir aber nichts, weil sich die Arbeiten am Herkules verzögern. Nur das Besucherzentrum wird rechtzeitig fertig. Am Sonntag, 12. Juni, wird es mit einem Tag der offenen Tür erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Den Herkules, die eigentliche Hauptattraktion, können die Besucher nur von unten bewundern.

Mehr zum Thema Herkules finden Sie auch im Regiowiki. Dort können Sie außerdem Ihr Wissen beisteuern.

„Das ist schade, lässt sich leider aber nicht ändern“, sagt Heinz Wirdl. Bei Probebohrungen in der Verankerung der Jussowtreppe habe man die Mängel festgestellt. Die sorgen für Verzögerungen von voraussichtlich sechs Wochen.

„Bei der Sicherheit werden wir keine Abstriche machen“, sagt Bauleiter Wirdl. Die Treppe sei der wichtigste Zugang für die Besucher auf dem Weg zur Pyramide.

Bis April Nachtfrost

Dort oben arbeiten Steinmetzmeister Henrik Hantschmann und seine Kollegen. Bis in den April hinein hat es hier oben Nachtfrost gegeben. Deshalb war es unmöglich, marode Steine gegen neues Material auszutauschen und zu verfugen.

„Der Herkules verlangt uns alles ab“, sagt Hantschmann. Der Tuff sei sehr viel schwerer zu verarbeiten und auch anfälliger für Risse als anders Material. Bis Ende Juli sollen die Arbeiten an der Pyramide und der Jussowtreppe abgeschlossen sein. Dann können die Besucher endlich den grandiosen Blick von dort oben genießen.

Von Thomas Siemon

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