36-Jähriger aus der Schweiz vor Gericht

Heroinhandel: Ex-Kasseler angeklagt

Kassel. Weil er in Kassel und Lohfelden nicht geringe Mengen Heroin verkauft und gekauft haben soll, muss sich ein 36-Jähriger aus der Schweiz seit Dienstag vor dem Kasseler Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, mit insgesamt 3,2 Kilogramm Heroin gehandelt zu haben.

Der Zeitraum, in dem der 36-Jährige, der früher in Kassel lebte, mit den Drogen gehandelt haben soll, liegt zwischen August 2003 und September 2012.

Im Sommer 2012 soll der 36-Jährige dann bei einem Treffen im Kosovo mit einem Gesprächspartner eine Lieferung von rund 2,5 Kilogramm Heroin angebahnt haben, wobei der Stoff zum Teil für Kassel und zum Teil für die Schweiz bestimmt gewesen sein soll. Weil der Gesprächspartner im Kosovo sich geweigert habe, die Hälfte des Kurierlohns für die Lieferung zu tragen, sei das Geschäft dann nicht zustande gekommen, heißt es in der Anklage.

Der Prozess hat Berührungspunkte mit mehreren bereits abgeschlossenen Verfahren um Heroin-Handel. In der Anklage tauchen als Käufer und Verkäufer mehrfach ein Angehöriger und eine Angehörige des Angeklagten auf. Die Frau steht inzwischen als Aufklärungsgehilfin unter Zeugenschutz und hatte zum Beispiel im Januar unter massiven Sicherheitsvorkehrungen in einem anderen Drogenprozess am Landgericht ausgesagt.

Dem jetzt angeklagten Ex-Kasseler wirft die Staatsanwaltschaft acht vollzogene Heroin-Geschäfte plus den nicht zustande gekommenen Handel vor. In den weiter zurückliegenden Fällen schildert die Anklage den 36-Jährigen als denjenigen, der seinen Verwandten den Stoff in seiner Wohnung übergeben habe. Einmal werden 10.000 Euro als Preis für 500 Gramm Heroin genannt.

In zwei weiteren Fällen soll der Angeklagte deutlich kleinere Mengen Heroin an einen anderen Abnehmer verkauft haben. Dabei sollen die Übergaben im Kasseler Stadtteil Fasanenhof stattgefunden haben. Bei späteren Gelegenheiten soll der 36-Jährige dann seinerseits Heroin von den Angehörigen übernommen haben. Mehrfach sollen Übergaben in Lohfelden stattgefunden haben. Preise von 8000 bis 10.000 Euro pro 500 Gramm Heroin werden genannt.

Der 36-Jährige sitzt zurzeit in Untersuchungshaft. Ob er sich selbst zu den Vorwürfen äußern will - und wenn ja, wie - wird das Gericht erst beim nächsten Verhandlungstermin hören. Zum gestrigen Auftakt wurde nur die Anklage verlesen. Insgesamt sind fünf weitere Prozesstage bis Mitte Mai angesetzt.

Von Katja Schmidt

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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