Herrchen gesucht: Wau-Mau-Insel zeigte Besuchern den Alltag der Tierschützer

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Die Chemie stimmt: Carina (von links), Olaf und Ulrike Moll aus Fuldatal-Simmershausen sind auf dem Hundespielplatz der Wau-Mau-Insel mit der schwarzen Mischlingsdame Ricarda schon warm geworden.

Kassel. Aufgeregtes Gebell schallte am Wochenende aus den Hundezwingern der Wau-Mau-Insel, und die Katzen schlichen unruhig umher. Viele fremde Menschen bedeuten normalerweise Stress für die Tiere.

Doch der ist ausnahmsweise in ihrem eigenen Interesse: Beim Tierheimfest informierten sich die Besucher aus Kassel und der Region über die schwierige Lage der Tierschützer in der Wau-Mau Insel. Das wird einige überzeugt haben, dass man das Tierheim mit weiteren Spenden unterstützen, oder einen der Vierbeiner mitnehmen sollte, die dringend ein neues Herrchen suchen.

So gesehen war der Samstag für die sechsjährige Mischlingshündin Ricarda vielleicht ein Glückstag. Die neunjährige Carina aus Fuldatal hat sich gleich in deren treue Hundeaugen verguckt. „Passen würde es ja“, sagt ihre Mutter Ulrike, „wir haben die Natur gleich vor der Haustür“. Und die Molls sind ausgesprochene Tierliebhaber. Sie beherbergen schon eine Schildkröte, drei Meerschweinchen und zwei Kaninchen.

Schwer zu vermitteln

Tierheimleiter Karsten Plücker über gleichgültige Hundebesitzer

Ruhige, pflegeleicht wirkende Hunde wie Ricarda müssen sich meistens nicht auf Dauer im Zwinger des Tierheims einrichten. Für sie gebe es sogar Wartelisten, sagt Karsten Plücker, der Leiter der Wau-Mau-Insel. Leider würden immer mehr stark verwahrloste Hunde von ihren Besitzern ausgesetzt, die schwer zu vermitteln seien. Dazu gehört beispielsweise Filou, der Bobtail-Mix, der mit seinem gelichteten Fell und seinen traurigen Augen von vielen Besuchern mitleidig angeschaut wurde.

Aber auch Hunde mit Handicap können Freude machen. Sara Meißner ist mit dem kleinen, schwarzen Uli gekommen, einem Rüden, der von Geburt an verkrüppelte Vorderpfoten hat. Uli könne sich dennoch fortbewegen, sagt Meißner, deren Mann Alexander Siepmann das Tier vor einem Jahr adoptiert hat und inzwischen auf der Wau-Mau-Insel arbeitet.

Wer den Vierbeiner beim Tierheimfest etwas Gutes tun wollte, der kaufte Lose für die Tombola oder etwas vom Flohmarkt. Denn der Reinerlös von beiden Aktionen fließt in die Arbeit des Tierheims. (pdi)

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