1. Startseite
  2. Kassel

Trinkwassernotstand in Hessen: Das können Sie bei Knappheit tun

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

In einigen Regionen in Hessen ist das Bewässern von Rasenflächen verboten.
In einigen Regionen in Hessen ist das Bewässern von Rasenflächen verboten. © Robert Michael/dpa

In einigen Regionen in Hessen ist das Trinkwasser knapp, der Notstand wurde ausgerufen. Mit einigen Tipps können Sie Wasser sparen.

Kassel – Waldbrände, Trockenheit und verdorrte Felder: Die vergangenen Tage und Wochen in Hessen waren von enormer Hitze gekennzeichnet, geregnet hat es dagegen kaum. Die Sorge vor einer Wasserknappheit in der Region wächst.

In mehreren hessischen Gemeinden wurde der Trinkwassernotstand ausgerufen. So lässt die Trockenheit in Friedberg den Grundwasserbestand bedrohlich schrumpfen. Das könnte wiederum Einschränkungen bei der Trinkwassernutzung für Privathaushalte bedeuten.

Hessen: Trinkwassernotstand in einigen Regionen

Im Kurort Königsstein im Taunus ist die Lage aufgrund des Trinkwassernotstands ernst. Mit Feuerwehrfahrzeugen wird über die Notlage in den Straßen Königsteins und seinen Stadtteilen gewarnt: „Bitte unterlassen Sie ab sofort das Bewässern von Grün‐ und Gartenanlagen und die Befüllung von Schwimmbecken mit Trinkwasser nach den Vorgaben der Gefahrenabwehrverordnung.“ Man müsse die „Leute wachrütteln“, sagte Peter Günster, Leiter der Stadtwerke, in einer Erklärung.

Auch die Gemeinde Schmitten im Taunus hat den Notstand ausgerufen, wonach die Versorgung der Region mit Trinkwasser gefährdet ist. Dieser gilt noch bis zum 31. August. Das „bereitgestellte Wasser zur Wasserversorgung des Gemeindegebietes oder eines Teilgebiets reicht nicht mehr aus“, äußerte sich die Gemeinde. Während einer täglichen Sperrzeit zwischen 01.00 Uhr und 03.30 Uhr dürfen Wasserhähne nicht geöffnet werden. Unter anderem gelten folgende Regeln:

Trinkwasserknappheit in Hessen: „In Großstädten wird Wassermangel nicht wahrgenommen“

Und wie sieht die Situation in Großstädten in Hessen aus? Alle drei Jahre teilt das Hessische Statistische Landesamt die Daten zur Wassernutzung mit. So erreichte 2019 die Stadt Frankfurt mit 158,9 Litern pro Person und Tag den höchsten durchschnittlichen Trinkwasserbedarf (+ 6 Prozent). Dahinter folgt Wiesbaden mit 150,4 Litern (+ 3 Prozent). 

Allerdings sehen Städte wie Frankfurt, Kassel, Darmstadt, Marburg oder Fulda noch kein Trinkwasserproblem, hieß es auf Anfrage von hessenschau.de. In Frankfurt werden jedoch nur 25 Prozent der Versorgung aus eigenem Grundwasservorkommen verwendet. Das stößt auf Kritik. „In Großstädten wird der Wassermangel nicht wahrgenommen“, kritisierte Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, Volker Lein, gegenüber dem hr. „Von unserem Grundwasser werden große Mengen ins Rhein-Main-Gebiet gepumpt, aber wir zahlen den deutlich höheren Preis dafür.“

Das können Sie tun, um Wasser zu sparen

Auch im Kreis Kassel spürt man die Trockenheit, weshalb die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen, Teichen und Seen verboten ist. „Je nach Einzelfall droht ein Bußgeld bis zu 100.000 Euro“, hieß es vom Landkreis. Dabei lassen sich mit den richtigen Tipps beim Gießen im Garten einige Liter Wasser sparen.

Auch im Haushalt lässt sich im Alltag ganz leicht Wasser sparen. So verbraucht Duschen weniger Wasser als Baden. In jedem Fall empfiehlt sich auch, das Wasser beim Einseifen oder Zähneputzen auszustellen und nicht laufen zu lassen. Zudem kann ein wassersparenden Duschkopf Abhilfe schaffen. Ein weiterer Tipp: Die Waschmaschine und den Geschirrspüler nur anstellen, wenn nichts mehr reinpasst. (kas)

Auch interessant

Kommentare