Ministerium: K+S kann sich Bau entziehen

Hessen will keine Kali-Pipeline mehr

Kassel. Das Land Hessen verabschiedet sich von der Idee einer Kali-Pipeline. Der Grund: Sowohl beim langen Rohr zur Entsorgung von salzigen Abwässern aus dem Werrarevier an die Nordsee wie auch bei der kurzen Variante zur Oberweser stehen angeblich Kosten und ökologischer Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis.

Das hat sich die Landesregierung durch ein Gutachten der Uni Leipzig attestieren lassen.

Was nach sechs Jahren Arbeit am runden Tisch zur Werraversalzung am Montag in Kassel zu ungläubigem Kopfschütteln von Teilnehmern führte, begründete der Vertreter des Wiesbadener Umweltministeriums so: Der K+S-Konzern habe alle Möglichkeiten, sich dem Bau einer Abwasserleitung zur Nordsee, so wie sie der runde Tisch empfohlen hat, zu entziehen.

Es gehe aber darum, möglichst bald im Konsens Verbesserungen zu erreichen anstatt sich um Verfahren zu streiten, deren Machbarkeit politisch, technisch oder wirtschaftlich in den Sternen stünden.

Hessen muss sich mit den restlichen Anrainerländern von Werra und Weser auf Wege einigen, die Flüsse möglichst bald in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Die EU-Kommission erwartet detaillierte Vorschläge bis Ende 2015. In dieser Sache läuft ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland.

Von Wolfgang Riek

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