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Hotel Hessenland vor ungewisser Zukunft

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Von: Bastian Ludwig

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Nun droht wieder der Leerstand: Noch gibt es kein tragfähiges Konzept zur Nutzung des Hotels Hessenland nach dem Ende der documenta. Archivfoto: Bastian Ludwig
Nun droht wieder der Leerstand: Noch gibt es kein tragfähiges Konzept zur Nutzung des Hotels Hessenland nach dem Ende der documenta. Archivfoto: Bastian Ludwig © Archivfoto: Bastian Ludwig

So viele Gäste wie während der 100-tägigen documenta hat das Hotel Hessenland schon lange nicht mehr gesehen. Doch nach dem Ende der Weltkunstschau steht das 50er-Jahre-Kleinod am Brüder-Grimm-Platz wieder vor einer ungewissen Zukunft.

Kassel - Denn der Betrieb als Kunsthotel läuft Ende Oktober aus. Die documenta hatte dafür einen entsprechenden Pachtvertrag mit der Eigentümergemeinschaft geschlossen.

Während der documenta diente das 1953 eröffnete Hotel als Ausstellungsort und zur Unterbringung der Künstler. Für externe Gäste war es aber nicht geöffnet. Das Konzept passte hervorragend, denn mit Hotel-Architekt Paul Bode – dem Bruder des documenta-Gründers Arnold Bode – gab es einen historischen Bezug. Doch nachdem die documenta ihre Zelte abgebaut hat, ist das Hotel vorerst vom Leerstand bedroht.

Dabei hatte sich erst im Herbst 2021 eine Investorengruppe gefunden, die das Hotel nach langen Verhandlungen übernommen hat. Hinter der 5Fenster Quartiers Entwicklungs GmbH & Co. KG stehen der Kasseler Unternehmer Udo Wendland, Mitglieder des Kasseler Architekturbüros Sprengwerk und die Coco Real GmbH mit Sitz im bayrischen Sonthofen. Die Investoren planen das Quartier – inklusive des benachbarten Hugenottenhauses und angrenzender Freiflächen – zu entwickeln.

Doch auf HNA-Anfrage teilt die Coco Real Unternehmensgruppe mit, dass man aktuell noch ein tragfähiges Konzept für die Folgenutzung des Hotels Hessenland entwickele. Ob ein Betrieb ab November nahtlos weiterlaufen könne, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.

„Wir sind seit einiger Zeit auf der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern, die den operativen Hotelbetrieb übernehmen“, so ein Sprecher der Unternehmensgruppe aus Süddeutschland. Aktuell prüfe man die bereits vorgestellten Konzepte auf ihre Umsetzbarkeit. Und weiter heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme: „Uns ist sehr daran gelegen, dass das Objekt auch weiterhin als Hotel betrieben werden kann.“ Zwar werde ein Fortbestehen des Hotelbetriebs favorisiert, aber eine anderweitige Nutzung könne zum aktuellen Zeitpunkt auch nicht völlig ausgeschlossen werden.

Sobald sich die Investorengemeinschaft für ein geeignetes Konzept zur weiteren Nutzung entschieden hat und entsprechende Planungen abgeschlossen sind, soll mit der Sanierung der Immobilie begonnen werden. Voraussichtlich werde eine Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes aber nicht während eines laufenden Hotelbetriebs stattfinden können.

Zwar hat die Hotellerie in der Corona-Pandemie insgesamt gelitten, doch durch die Innenstadtlage und die geplante Aufwertung des Brüder-Grimm-Platzes, auf dem auch das Deutsche Tapetenmuseum entstehen soll, gibt es gute Perspektiven. Vor einem Dreivierteljahr hatten die Investoren angekündigt, das Haus nach der documenta mit großen Aufwand umbauen zu wollen: Neben einer neuen Haustechnik sollten die Grundrisse im Hotel verändert werden. Aus den aktuell 48 großen Zimmern sollten 120 kleinere mit modernen Bädern werden. Geplant war mindestens ein Hotel der Vier-Sterne-Kategorie. (Bastian Ludwig)

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