Umsätze landesweit erstmals über 8 Milliarden Euro

Hessens Einzelhandel fährt Rekord-Weihnachtsgeschäft ein

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Kauflaune: In Kassels Innenstadt bot die Adventszeit 2016 an mehr Kalendertagen als im Vorjahr Gelegenheit zum Shoppen. Davon und von guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitierte das Weihnachtsgeschäft. Foto: dpa/Zuchi

Kassel. Rekordergebnis im hessischen Einzelhandel: Im November und Dezember haben die Geschäfte im Land erstmals mehr als acht Milliarden Euro umgesetzt. Ein Umsatzplus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Advent war die deutlichste Steigerung seit Jahren.

Etwa ein Fünftel der prognostizierten Summe von 8,1 Mrd. Euro entfalle auf den nordhessischen Raum, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Handelsverbandes Hessen in Kassel. Als wichtigen Grund für den Umsatzrekord nannte Verbandspräsident Jochen Ruths eine besonders günstige Kalender-Konstellation: Zwischen dem 4. Advent und Heiligabend lag noch fast eine volle Einkaufswoche, der Dezember hatte je zwei umsatzstarke Freitage und Samstage mehr als im Vorjahr.

Jochen Ruths

Einmal mehr seien Spielwaren, Bücher, Kosmetik und Unterhaltungselektronik die Renner gewesen. Eine ungebrochen hohe Nachfrage gab es laut Handelsverband weiterhin nach Geschenkgutscheinen, die den Geschäften bis in den Januar hinein ein verlängertes Weihnachtsgeschäft bescheren. Allerdings gebe es regionale Unterschiede, wie eine Mitgliederbefragung des Verbandes zeigte: Große Händler sowie Einkaufszentren und zentrale Innenstadtgeschäfte waren mit ihren Umsätzen zufriedener als Klein- und Mittelbetriebe sowie Händler in ländlichen Regionen.

Auch für die wettersensible Mode- und Textilbranche war es laut Verbandspräsident Ruths ein Jahresendspurt nach Maß: Nach einem verhaltenen und sehr milden Saisonstart seien mit zunehmender Winterkälte ab November „die Umsätze massiv angesprungen“.

Anders als im Vorjahr sei der vorweihnachtliche Einkaufstrubel in den Innenstädten auch nicht merklich von Terrorangst überschattet gewesen, sagte Martin Schüller, Geschäftsführer vom Einzelhandelsverband Hessen-Nord. Nach den Anschlägen in Paris Ende 2015 hätten viele Menschen die Innenstadt gemieden, nach dem jüngsten Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt sei dies in Kassel nicht zu beobachten gewesen.

Das starke Weihnachtsgeschäft beflügelt auch die Prognose des Handelsverbandes für das Gesamtjahr im hessischen Einzelhandel: Für 2016 wird ein Umsatzplus von 3 Prozent auf 43 Mrd. Euro prognostiziert.

Wachstumstreiber bleibt weiterhin der Onlinehandel, dessen Umsätze im Weihnachtsgeschäft um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt haben. Allerdings würden die Grenzen zum stationären Handel immer fließender, sagt der Branchenverband.

Im allgemeinen Wandel des Kundenverhaltens könnten die Innenstädte mit echten Einkaufserlebnissen punkten, sagte Verbandspräsident Ruths. Nordhessen-Geschäftsführer Schüller erinnerte daran, dass etwa stationäre Spielwaren- und Buchläden bereits totgesagt waren: „Das hat sich aber nicht bewahrheitet“, in diesen Branchen sei eine Erholung zu verzeichnen.

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