Hinterlassenschaften von Partys

Hessenschanze: Rast- und Spielplatz als Müllkippe

Hinterlassenschaft nächtlichen Feierns: So sah es am Wochenende und noch am Montag auf dem naturnahen Rastplatz an der Hessenschanze aus. Normalerweise verzehren Kita-Kinder hier gern ihr Frühstück. Fotos: Dilling

Kirchditmold. Vor Jahren hat die Stadt Kassel auf eigenem Grundstück unweit der Wendeschleife der Linie 8 auf der Hessenschanze einen naturnahen Rastplatz eingerichtet. An warmen Wochenenden verkommt das Karee aus vier Baumstämmen zur Müllkippe und einem wilden Grill- und Lagerfeuerplatz.

Regelmäßig ist der Platz, den in der Woche viele Kita-Gruppen aus ganz Kassel zum Spielen und Frühstücken benutzen, mit Müll und Scherben übersät. Am Montag schaute sich Forstamtsleiter Uwe Zindel die Hinterlassenschaften der Feier vom Wochenende an: Viele Flaschen lagen im Gras, ein zerstörter Grill, zerschlagene Schnapsflaschen. Deutlich zu erkennen war auch eine frische Feuerstelle. „Das ist eine haarsträubende Situation“, sagte er vor allem mit Blick auf die drohende Waldbrandgefahr. Laut hessischem Waldgesetz sei das Entzünden von Feuern in weniger als 100 Metern Entfernung zum Wald grundsätzlich nicht zulässig. Von dem Rastplatz seien die Bäume sogar nur 15 Meter entfernt.

Außerdem müssten solche Feuerstellen bei Hessen-Forst beantragt werden. Ihm sei nicht bekannt, dass jemand einen solchen Antrag gestellt hätte, sagte Zindel. Er werde deshalb Kontakt mit der Stadt Kassel aufnehmen. 

Außerdem haben am Wochenende Unbekannte den Forst am gerade erst eröffneten Walderlebnispfad mit Graffiti „verziert“. Sie haben an zwei Stellen Frischhaltefolie um Bäume gewickelt, zwischen die Bäume gespannt und bunt besprüht. „Das tut den Bäumen nicht gut“, sagte Forstamtsleiter Zindel. Die Graffiti würden entfernt, man werde den Ortsbeirat Kirchditmold, der die Patenschaft für den Pfad übernommen hat, bitten, einen genauen Blick auf das Gebiet zu werfen. Hessen-Forst sei aufgeschlossen für Ideen, den Erlebnispfad noch zu verschönern. Doch das müsse mit der Behörde abgesprochen werden.

Stadtpressesprecher Ingo Happel-Emrich verweist darauf, dass es wegen des Rastplatzes noch keine Beschwerden gegeben habe. Das bestätigt auch Ortsvorsteherin Elisabeth König. Das Umwelt- und Gartenamt kontrolliere den Rastplatz turnusmäßig im Zuge der Grünpflege. Im übrigen könne die Stadt nicht überall dort sein, wo Bürger sich illegal verhalten. Die Entsorgung des Mülls habe die Stadt – wie auch für einige waldnahe Spielplätze – dem Landkreis Kassel (Naturpark Habichtswald) gegen Kostenerstattung übertragen.

Welche Kosten entstehen für die Müllentsorgung, warum werden an dem Rastplatz keine Abfallbehälter aufgestellt? Auf diese Fragen war vom Landkreis keine Auskunft zu erhalten. Die zuständigen Sachbearbeiter seien in Urlaub, hieß es. (pdi)

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