Hessentag: Bewirbt sich jetzt Kassel um das Fest?

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Als Veranstaltungsort für Konzerte bewährt: Das Auestadion könnte beim Hessentag zur Bühne werden. Unser Foto entstand beim Auftritt von Herbert Grönemeyer im Juni 2003. Archivfoto: Rosenthal/nh

Kassel. Eine mögliche Bewerbung Kassels für den Hessentag 2013 wird immer konkreter. Das Land ist von seiner ursprünglichen Forderung abgerückt, dass die Kandidaten bis Mitte September feststehen sollen.

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„Alle möglichen Bewerber brauchen noch etwas Zeit, die Entscheidung soll im November fallen“, sagt Rainer Kling, stellvertretender Sprecher der Landesregierung. Nach dem Rückzug von Vellmar haben neben Kassel auch Korbach und Bad Wildungen Interesse bekundet.

Für Kassel spricht, dass es hier eine bessere Infrastruktur gibt als in kleineren Städten. Das sieht auch die Landesregierung so. „Der Hessentag kann auf jeden Fall auch in einer Großstadt wie Kassel stattfinden“, sagt Regierungssprecher Kling.

Ein Fixpunkt bei den Planungen ist bislang das Auestadion, das in der Fußball-Sommerpause Bühne für größere Konzerte werden könnte. „Vom Stadion aus versuchen wir gerade, eine attraktive und praktikable Verbindung für Fußgänger in die Innenstadt zu planen“, sagt Angelika Hüppe (Kassel Marketing). Die könnte durch die Aue in Richtung Orangerie und von dort über die Gustav-Mahler-Treppe zum Friedrichsplatz führen.

Mehr als 30.000 Quadratmeter überdachte Fläche: Die Messehallen könnten für den Hessentag genutzt werden.

Als Veranstaltungsort im Gespräch sind auch die Messehallen. „Wir wären sofort dabei“, sagt Messe-Chef Ralf Umbach. Der Termin für den Hessentag 2013 steht bereits fest. In der Zeit vom 14. bis zum 23. Juni sind die Messehallen frei. „Viele wissen das gar nicht mehr, aber wir bringen bei der Organisation des Hessentages einiges an Erfahrung mit“, sagt Umbach. Bis 1988 habe die Messe Kassel 14 Jahre lang an verschiedenen Standorten die Landesausstellung organisiert. Er erinnert daran, dass Kassel 1982 eigentlich den Hessentag ausrichten sollte, ihn aber so wie heute Vellmar zurückgegeben habe.

Ob sich Kassel für das Landesfest im Jahr 2013 bewirbt, soll während der Sitzung der Stadtverordneten am 6. November entschieden werden. Bis dahin müssen die Befürworter noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten. In den vergangenen Jahren blieb der Veranstalter immer auf einem Minus zwischen 2,5 und fast fünf Millionen Euro sitzen. Deshalb wird jetzt geprüft, wo sich sparen lässt.

Hier alles über den Hessentag im Regiowiki der HNA

Wer ein Stadion hat, braucht zum Beispiel keine teuren Konzertbühnen zu mieten. Alle Hessentags-Veranstalter schielen aber auch auf Fördermittel des Landes. Nicht nur für das Fest, sondern auch für die Stadtentwicklung. Bei der Finanzierung des Grimm-Museums klafft zum Beispiel noch eine Lücke. Eine Reihe von Projekten im Straßenbau könnten ebenfalls durch Fördermittel beschleunigt werden. „Derzeit rechnet man viele Varianten durch“, sagt Manfred Merz, der persönliche Referent des Oberbürgermeisters. Vom Ergebnis hängt ab, ob Kassel die Feiern zum 1100-jährigen Bestehen mit dem Hessentag 2013 kombinieren kann und will.

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