Hessentag-Kosten: Kassel trägt finanzielles Risiko allein

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Da war die Hütte voll: Beim Konzert von Herbert Grönemeyer 2003 durften noch mehr Besucher in den Innenraum des Auestadions als nach dem Umbau. Nach Aussage der Stadt kann dieses Problem jetzt gelöst werden.

Kassel. Der Hessentag in Oberursel 2011 hat die südhessische Stadt weit mehr gekostet als geplant: Das Defizit liegt bei 4,5 Millionen Euro. Das wirft die Frage auf, wie die Stadt Kassel 2013 die Kosten für den Hessentag im Griff behalten will.

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Stefanie Herzog, Leiterin der Hauptabteilung im Kasseler Rathaus, ist in dieser Woche zur Hessentagsbeauftragten der Stadt berufen worden. Sie sagt, der Etat für das zehntägige Fest werde etwa zehn bis zwölf Millionen Euro betragen. Genau lasse sich das noch nicht beziffern - man stehe am Anfang der Planungen. Es sei beispielsweise noch unklar, welche Bands beim Hessentag spielen, welche Veranstaltungen stattfinden, wie viel Geld zur Miete von Auestadion, Eissporthalle und Messehallen als möglichen Veranstaltungsorten ausgegeben werden müsse.

„Wir werden sehr sparsam wirtschaften“, sagt Stefanie Herzog. 5,5 Millionen Euro bekommt die Stadt als Zuschuss vom Land, weil sie nach der Absage Vellmars als Ausrichter einspringt. Das Geld fließt nicht direkt ins Fest, sondern wird unter anderem für den Bau des Grimm-Museums und zur Sanierung der Oberen Königsstraße eingesetzt. Herzog sagt, das Defizit Kassels solle auf jeden Fall unter 5,5 Millionen Euro liegen.

Klar ist aber: Die Stadt ist Veranstalter und trägt das finanzielle Risiko - mehr Geld werde es vom Land nicht geben, sagt Heinrich Kaletsch, Hessentags-Organisator des Landes. Ein wichtiges Problem muss die Stadt bald lösen: Das Auestadion ist als Ort für große Konzerte mit 30.000 Besuchern vorgesehen, dafür aber baulich nicht geeignet. Es müssen zusätzliche Fluchtwege aus dem Innenraum geschaffen werden.

Oberursel, Veranstalter des Hessentages 2011, gab am Mittwoch zu, dass das Defizit bei 4,5 Millionen Euro, damit eine Million mehr als kalkuliert, liegt. Zuzüglich der Personalkosten der Stadt und eines städtischen Eigenbetriebs kämen weitere 1,3 Millionen Euro auf die Rechnung. (hai)

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