Stadt erwartet Belastung von 20.000 Tonnen CO2

Hessentag soll Klima schonen

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Ob Regiotram, Bus, Straßenbahn oder Fahrrad: Durch die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und den Verzicht aufs Auto können Schadstoffe verringert werden.

Kassel. Die Stadt Kassel will vom 13. bis 24. Juni einen klimaneutralen Hessentag ausrichten. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Ausstoß von Schadstoffen vermieden, verringert oder ausgeglichen werden. Das Konzept wurde am Dienstag im Rathaus vorgestellt.

1,2 Millionen Menschen erwartet die Stadt zum Hessentag. Nach Berechnungen der Städtischen Werke werden während der Großveranstaltung 20 000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) zusätzlich produziert. In diese Berechnung fließen neben dem gesamten Stromverbrauch vor allem die An- und Abreise der Besucher sowie der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und die Taxi-Shuttles zum Hessentag ein.

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Laut Vorstandschef Andreas Helbig soll der geschätzte zusätzliche Kohlendioxid-Ausstoß durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten weltweit ausgeglichen werden. Er erklärt, warum: „Der Schadstoffstoff-Ausstoß hat weltweite Auswirkungen.“

Für den Ausgleich der Schadstoff-Menge rechnet Helbig mit einem fünfstelligen Euro-Betrag, der aus den Budgets der Städtischen Werke und der Kasseler Verkehrsgesellschaft bereitgestellt werden soll. Auch die Besucher können zum Ausgleich beitragen. Denn zusätzlich sollen laut Uwe Zindel von Hessen-Forst ab 2014 bis zu 4000 Erlen und Douglasien im Habichtswald gepflanzt werden. Dafür wird derzeit eine etwa zwei Hektar große Fläche auf dem ehemaligen Munitionsdepot vorbereitet.

Die für die Pflanzaktion nötigen 10 000 Euro sollen die Besucher durch Spenden finanzieren. „Wenn nicht genügend Spenden zusammenkommen, stockt die Stadt den Betrag auf“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

CO2-Rechner

Um das Umweltbewusstsein der Besucher zu schärfen, haben diese die Möglichkeit, an einem Computer ihren auf dem Hessentag versurachten Kohlendioxid-Ausstoß berechnen zu lassen. Entwickelt haben den CO2-Rechner Studierende des Masterstudiengangs „Nachhaltiges Wirtschaften“ der Universität Kassel.

Das Konzept soll auch ein Anreiz für die Besucher sein, möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, um die Schadstoff-Belastung zu verringern.

Außerdem setzt die Stadt auf die Vermeidung von Müll durch wieder verwendbare Materialien. Das ist laut Hilgen beispielsweise eine Auflage für die Standbetreiber an der Hessentagsstraße. Eine Umweltabgabe für Besucher etwa über die Preise werde es nicht geben. Eine Ausnahme bilden Konzert-Karten. Die sind geringfügig teurer, allerdings kann mit ihnen der ÖPNV kostenfrei genutzt werden. Hintergrund für die Aktion „klimaneutraler Hessentag“ ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem vergangenen Jahr. (mkx)

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