Landtagswahl am 28. Oktober

Mit dem Rad zum Wähler: Karin Müller ist Grünen-Kandidatin für Landtagswahl

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Nach der Radtour wird Rast an der Fulda eingelegt: Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Karin Müller, lädt sich und ihre Mitradler zum kühlen Getränk im Biergarten ein (hier auf dem Rondell).  

Kassel. Am 28. Oktober wird der hessische Landtag gewählt. Wir stellen die Kandidaten und deren Aktivitäten in loser Folge vor. Heute: Grünen-Kandidatin Karin Müller, die im Wahlkreis Kassel-Ost kandidiert.

Wer der Grünen-Landtagsabegeordneten Karin Müller in Sachen Ökomobilität etwas vormachen will, der muss sich nach der Decke strecke. Müller ist seit Jahrzehnten passionierte Fahrradfahrerin und sie bewegte sich konsequent auf dem Rad fort, lange bevor ihre Polit-Karriere begann. Zu ihrem derzeitigen Arbeitsplatz in Wiesbaden fährt sie mit der Bahn, aber näher gelegene Termine – und dazu zählt für sie selbst der Besuch der Bad Hersfelder Festspiele (88 Kilometer von Kassel entfernt!) bewältigt die 55-Jährige ohne großes Tamtam mit dem Rad.

Wenn Müller also zur Sommer-Radtour durch die Stadt einlädt, ist das für sie kein Wahlkampf-Gag, sondern einfach nur naheliegend. Dass sie am zurückliegenden Wochenende Bürger und Parteifreunde zum zehnten Mal dazu aufgefordert hatte, steht für ein weiteres Charakteristikum Karin Müllers: Beständigkeit.

Auf der Tour durch die Stadt werden verschiedene Einrichtungen, Organisationen und Betriebe besucht. Dieses Mal reichte die Bandbreite vom neuen Haus für Sozialwesen Treppe 4 bis hin zum Start-Up Sminno, das eine Fahrrad-Freisprechanlage fürs Handy entwickelt hat. „Die ist einfach klasse“, so Müllers Urteil. Es sind keine wahllosen Ziele, sondern sie haben etwas mit Müllers politischen Schwerpunkten zu tun. In Wiesbaden ist sie Grünen-Sprecherin für Mobilität, Verkehr und Strafvollzug. Auch im Petitionsausschuss engagierte sie sich und hat nach eigenem Bekunden „eine Menge Erfoglserlebnisse“ gehabt.

In Kassel war Müller vier Jahre lang Fraktionsvorsitzende der Rathausgrünen und Vorsitzende des Umweltausschusses. Die Verwaltungsfachfrau, studierte Soziologin und Politologin ist eine erfahrene Politikerin. In Wiesbaden peilt sie jetzt die dritte Wahlperiode an. Für die nächste Landtagswahl steht sie für die Grünen auf Listenplatz 7. „Politik macht Spaß“, sagt sie in ihrer freundlichen Art: „Sonst würde ich es nicht machen.“

Ihre Ausgeglichenheit mag auch in der Entschleunigung begründet liegen, die die Politikerin in ihrer Freizeit anstrebt. Müller, die in der Unterneustadt nahe der Fulda wohnt, spielt gerne Doppelkopf und pflegt viele alte Freundschaften, die zum Teil noch aus der Schulzeit herrühren. Sie joggt (in Wiesbaden zusammen mit den SPD-Frauen) und macht Yoga. Ein Faible hat sie fürs Boule-Spiel – Sinnbild für entspanntes französisches Savoir vivre.

Exotische Fernreisen sind dagegen nicht ihr Ding (da kommt man ja auch schlecht mit dem Fahrrad hin). Urlaub verbringt Karin Müller am liebsten in der Region.

Es ist diese Bodenständigkeit, die bei vielen ihrer Wähler gut ankommt.

Karin Müller (55) ist in Kassel geboren. Sie besuchte die Herkules- und die Luisenschule, hat eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten gemacht und danach an der Abendschule Abitur abgelegt. Sie hat Soziologie und Politikwissenschaften in Kassel studiert. Beruflich hat sie vor allem bei der Ev. Kirche in Kassel gearbeitet, aber auch in der Grünen-Bundesgeschäftsstelle in Bonn, sowie im Kasseler Büro für Sozialforschung. Bei der Landtagswahl 2009 wurde sie über Platz 15 der Landesliste ins Parlament gewählt. Auch 2013 gelang ihr der Einzug in den Landtag über einen Listenplatz der Partei.

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