Toller Klang, Super-Stimmung: 30.000 kamen zum HNA-Open-Air in die Karlsaue

Kassel. Es war das Ereignis des Sommers in Kassel: 30.000 Menschen, so viele wie noch nie, genossen am Samstagabend vor der Orangerie das HNA-Open-Air-Konzert. Und dabei stimmte nicht nur die Atmosphäre auf der Karlswiese, wo viele sich zum Picknick niedergelassen hatten.

Artikel aktualisiert um 12.30 Uhr.

Das Kasseler Staatsorchester legte sich mit seinem Dirigenten Patrik Ringborg mächtig ins Zeug. Die Leckerbissen aus Konzertmusik, Oper und Operette, die die HNA-Leser per Abstimmung ausgewählt hatten, kamen gekonnt und mit Pep über die Rampe. Und weil die Tontechnik gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessert worden war, hatten auch die weiter von der Bühne entfernten Zuhörer einen ungetrübten musikalischen Genuss.

Impressionen vom HNA-Open-Air I

Impressionen von HNA-Open-Air

Nach der feierlichen Eröffnung mit der „Hornpipe“ aus Händels Wassermusik und Mozarts „Figaro“-Ouvertüre betrat der Stargast des Abends, der Bariton Stephan Genz, die Bühne. Seine wunderbar leicht gesungene Papageno-Arie „Der Vogelfänger bin ich ja“ aus Mozarts „Zauberflöte“ sorgte für erste Beifallsstürme. Weiteres Opernspecial: Die „Seguidilla“ aus „Cramen“, gesungen von Ulrike Schneider.

Und so ging es weiter an diesem von Patrik Ringborg und Orchesterdirektorin Insa Pijanka locker und auch informativ moderierten Abend. Operetten-Hits wie das Walzerduett „Tanzen möcht ich“ aus der „Csárdásfürstin“, gesungen von der neu ans Staatstheater verpflichteten Sopranistin Arpiné Radijan und dem Tenor Johannes An, und später die berühmte Tenorarie „Dein ist mein ganzes Herz“ (Franz Léhar: „Land des Lächelns“), ebenfalls gesungen von Johannes An, animierten viele Zuhörer zum Mitsummen.

Impressionen von HNA-Open-Air II

Impressionen vom HNA-Open-Air, Teil II

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HNA-Open-Air vor der Orangerie: Gute Stimmung schon am Nachmittag

Ein ernstes Zwischenspiel war der einminütige Ausschnitt aus der Filmmusik zu „Soldier of Orange“. Orchester in aller Welt spielen derzeit Teile dieses Stücks, um gegen die geplanten Orchesterschließungen in den Niederlanden zu protestieren. Das Staatsorchester spielte als sein eigenes Wunschstück die „Rosenkavalier-Suite“ von Richard Strauss, ehe der Kasseler Tenor Dong Won Kim die Zuhörer mit dem Opernhit schlechthin, „La donna è mobile“ aus Verdis „Rigoletto“, in die Pause entließ.

Danach entfalteten bei zunehmender Dunkelheit die Lichtshow an der Bühne und die Farbprojektionen an der Fassade der Orangerie ihre reizvolle Wirkung. Auf der Wiese wurden dabei zu den romantischen Klängen von Edvard Griegs „Morgenstimmung“ aus „Peer Gynt“ die ersten Wunderkerzen entzündet.

Für Jubel sorgten die Kasseler Opernlieblinge Nina Bernsteiner (Sopran) und Johannes An (Tenor) mit dem hinreißend dargebotenen Schwalben-Duett aus der „Csárdásfürstin“, ehe Stephan Genz, nur kurz unterbrochen vom rasenden „Hummelflug“, aus derselben Operette mit „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“ nachlegte und das Publikum zum Mitklatschen brachte.

Impressionen von HNA-Open-Air III

Impressionen vom HNA-Open-Air, Teil III

Höhepunkt waren einmal mehr die „Sea Songs“ von Sir Henry Wood. Die Paradestücke der Londoner „Last Night of the Proms“ haben nach vier HNA-Open-Air-Konzerten auch in Kassel schon Tradition. Leider waren diesmal nur wenige Zuhörer mit den dazu benötigten Autohupen ausgerüstet. Ringborg: „Das muss noch besser werden!“

Doch dann stiegen zur Melodie von „Tochter Zion“ die ersten Feuerwerksraketen auf, und zum finalen „Rule Britannia“ erreichten die mit Entzücken aufgenommenen Lichterkaskaden am Nachthimmel ihren Höhepunkt.

Konnte danach noch etwas kommen? Es konnte: Mit der berühmten Arie „Nessun dorma“ (Niemand schläft) aus „Turandot“ führte Dong Won Kim vor, welch eindrucksvoller Puccini-Tenor er ist. Nach Hause entlassen wurden die beglückten Zuhörer vom Ensemble mit Léhars „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ und mit den „Mambo“-Rhythmen aus der „West Side Story“.

Von Werner Fritsch

Mit Campingtisch und Picknickkorb

Viele tausend Menschen hatten es sich schon zwei Stunden vor Beginn des Konzertabends auf der Karlswiese vor der Orangerie gemütlich gemacht. Viele der Besucher haben sich gut für diesen Abend ausgerüstet: Einige haben Campingstühle und -tische aufgebaut, an denen sie schlemmen, andere sitzen auf Decken und bedienen sich aus ihren Picknickkörben, wieder andere suchten am Nachmittag unter Sonnenschirmen Schutz vor der Augustsonne.

Der Vellmarer Volkstanzkreis toppt die Campingtische: 17 Mitglieder des Tanzkreises haben für sich eine lange Tafel eingedeckt.

Wer nicht selbst etwas zu essen und zu trinken mitgebracht hat, wird an den gastronomischen Ständen fündig.

Ärgerlich wird der Abend wohl lediglich für einige Autofahrer enden, die das Halteverbot auf der Du-Ry-Straße am Regierungspräsidium missachteten: Wegen des abschließenden Feuerwerks darf dort nicht geparkt werden. Weil sich einige Fahrer nicht daran hielten, wurden sie abgeschleppt. (els/tos)

Rubriklistenbild: © Koch

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