Mutter gab Baby Ersatzdroge: Zwei Jahre Haft auf Bewährung

Kassel. Weil sie ihrem drei Monate alten Baby den Drogenersatz Methadon verabreicht hat, ist eine Mutter aus Gudensberg vom Kasseler Landgericht zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

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Das Gericht sprach am Freitag in seiner Urteilsbegründung von Überforderung und einer Überreaktion der 29-Jährigen. Die Frau wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte. Die 29-Jährige hatte die Vorwürfe bestritten.

Laut Anklage hatte die Mutter ihrer Tochter flüssiges L-Polamidon gegeben, einen Heroin-Ersatz, um es ruhig zu stellen. Dadurch sei es zu einem Atemstillstand und einer Verlangsamung des Herzschlags bei dem Säugling gekommen. Die drogenabhängige Mutter hatte selbst noch den Rettungsdienst alarmiert, der das Kind rettete.

Die Haftstrafe für die 29-Jährige wurde auf Bewährung ausgesetzt - mit der Auflage allerdings, dass die Frau an einer ambulanten Drogentherapie unter Aufsicht ihres Bewährungshelfers teilnehmen muss. Damit blieb der Richter unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von drei Jahren Haft.

Der Verteidiger hatte einen Freispruch für seine Mandantin gefordert. Begründung: Die Ersatzdroge sei über ein verunreinigtes Gefäß in das Babyfläschchen gelangt.

Methadon wird in der Suchttherapie als Drogenersatz eingesetzt. Anfang des Jahres hatte das Schicksal der elfjährigen Chantal in Hamburg für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Das Mädchen, das bei drogensüchtigen Pflegeeltern lebte, starb an einer Überdosis Methadon. (abg/dpa)

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