Heute Warnstreik in Kassel - Bus, Tram und Müllabfuhr fallen aus

Kassel. Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Kassel sind am heutigen Donnerstag zum Warnstreik aufgerufen. Bahnen und Busse der KVG werden in den Depots bleiben, die Müllabfuhr kommt nicht, 18 der 30 städtischen Kindertagesstätten bleiben geschlossen, im Klinikum gibt es einen Notdienst.

Für viele Menschen bringt dieser Warnstreik also  Probleme. Was aber käme finanziell auf KVG, Stadt und Klinikum zu, wenn Ver.di sich mit der Forderung nach höheren Löhnen durchsetzt?

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Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro mehr. Die jährlichen Personalkosten der Stadt Kassel und der öffentlichen Unternehmen würden dadurch um über 20 Millionen Euro steigen.

Allein die Stadt Kassel müsste für ihre 1900 Beschäftigten im Geltungsbereich des Tarifvertrages etwa 4,5 Millionen Euro mehr pro Jahr aufbringen. Ebenso viele Beschäftigte haben die Kasseler Verkehrs- und Versorgungsbetriebe (KVV), zu denen KVG, Städtische Werke und Müllheizkraftwerk gehören. Ihre finanzielle Belastung dürfte also ähnlich hoch ausfallen.  Die Gesundheit Nordhessen Holding mit dem Klinikum Kassel hätte durch einen Tarifabschluss in der von Ver.di geforderten Höhe Mehrausgaben in Höhe von etwa neun Millionen Euro jährlich.

Die Stadtreiniger beziffern die Mehrkosten durch die Forderung von 6,5 Prozent mit einer Million Euro pro Jahr. Die Stadt sagt nicht, welche Gehaltserhöhung sie bei der Aufstellung des aktuellen Haushalts erwartet hatte. 2011 hatte die Stadt insgesamt 152 Mio. Euro für Personal ausgegeben. Auch inhaltlich will sich im Rathaus niemand zur Forderung von Ver.di äußern.

Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg verweist auf den Verband der kommunalen Arbeitgeber. Dieser hält die Forderung der Gewerkschaft für überhöht. Von Seiten der KVV heißt es, dass vor allem der Sockelbetrag von 200 Euro problematisch sei. „Die 6,5 Prozent bereiten uns nicht die größten Sorgen“, sagt KVV-Sprecherin Heidi Hamdad. Allerdings entspreche die geforderte Mindestsumme von 200 Euro in vielen Fällen einer Gehaltssteigerung von über 6,5 Prozent. Dies liege an den vergleichsweise niedrigen Gehältern.

Zudem gelte für 1000 der insgesamt 1900 Beschäftigten der kommunalen Unternehmensgruppe der „Tarifvertrag Versorgungsbetriebe“. Für diesen fordere Ver.di sogar eine 7,9-prozentige Anhebung der Gehälter.

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