Stadtreiniger und KVG legen Arbeit nieder

Video: Warnstreik in und um Kassel - Protestzüge in der Innenstadt

Kassel. Bei der KVG, den Stadtreinigern und anderen Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes wurde am heutigen Dienstag gestreikt. Den gesamten Vormittag über kam es - auch wegen Protestzügen der Streikenden - deshalb zu Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet.

Richtig eng wurde es nach Einschätzung der Polizei aber nur für kurze Zeit am Morgen. Weil die Straßenbahnen ausfielen und dadurch mehr Pendler unterwegs waren, kam es vor allem im

Aktualisiert um 21 Uhr

Berufsverkehr zu Behinderungen. Ansonsten sei der Verkehr erstaunlich reibungslos gelaufen.

Mit Warnstreiks will die Gewerkschaft Ver.di derzeit Druck bei den Tarifverhandlungen des Bundes und der Kommunen machen. Neben den 850 KVG-Beschäftigten beteiligten sich in Kassel auch die Stadtreiniger, Erzieherinnen der Kitas, Mitarbeiter der Städtischen Werke, von Kasselwasser, dem LWV und dem Landratsamt am Streik. Hinzu kamen Mitarbeiter der Rathausverwaltungen aus Kassel, Baunatal, Ahnatal und Fuldatal.

Die Streikenden zogen zunächst in zwei Protestzügen vom KVG-Betriebshof und den Städtischen Werken zu einer Kundgebung vor dem Rathaus. Anschließend ging es in einem gemeinsamen Protestzug zum Hauptbahnhof, wo sich die Teilnehmer in Streiklisten eintrugen. An der Kundgebung vor dem Rathaus mit Christine Behle vom Ver.di-Bundesvorstand nahmen nach Angaben der Veranstalter 2500 Menschen teil.

Durch den Warnstreik kam es am Morgen bereits in der Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen. So Staute sich etwa der Verkehr auf der Frankfurter Straße stadteinwärts. Die Konrad-Fahrräder erfreuten sich dafür besonders großer Beliebtheit. An vielen Stationen in der Innenstadt waren die Räder schnell vergriffen. Inzwischen werden sie von Mitarbeitern wieder aufgefüllt.

Am kommenden Mittwoch könnte es zu einem weiteren Warnstreik kommen.  Dann werden nach Angaben von Ver.di auch die Mitarbeiter des Klinikums zur Teilnahme aufgerufen. Das hänge von den Verhandlungen am Wochenende ab.

Aktuelle Informationen, Bilder und ein Video zum Warnstreik in diesem Artikel, auf unserem Blog Kassel-live, und bei Radio HNA.

Trotz Streik ans Ziel

Trotz des Warnstreiks gab es für Fahrgäste aus Kassel und Umgebung Alternativen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil zu bleiben. Denn vom Streik ausgenommen waren Züge und die Buslinien privater Unternehmen sowie der BVH, RKH und der HLB.

Der NVV sprach vor dem Streik folgende Empfehlungen aus:

Für Schauenburg: Hier fahren die Linien 52, 53 und 59 regulär. Die 52 fährt in die Kasseler Innenstadt. Im Spätverkehr empfiehlt sich der Umstieg von der Linie 53 auf die Linien 100 und 500 oder auf die Züge und Regiotrams am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Für Baunatal: Hier kann entweder Richtung Guntershausen (Umstieg Regiotram) oder an der Stadtmitte mit Bus 51 nach Kassel gefahren werden. Die Linie 51 fährt bis Bahnhof Wilhelmshöhe. Dort kann auf die Züge und Regiotrams oder auf die Linien 52, 100 und 500 umgestiegen werden.

Für Fuldabrück: Hier gibt es nur begrenzte Alternativen. Die Linie 50 fährt, jedoch fehlen an beiden Enden die Anschlüsse in die Innenstadt. Von Dennhausen/Dittershausen empfiehlt sich die Regiotram am Bahnhof Rengershausen, von Dörnhagen die Linie 50 nach Guxhagen und Umstieg auf Cantus oder Regiotram und von Bergshausen die Linie 35 nach Lohfelden und Umstieg auf die Linie 37.

Für Lohfelden: Hier fahren die Busse nach Plan, aber bestehen am Abend am Platz der Deutschen Einheit keine Anschlüsse von und nach Kassel Innenstadt. Auch sollten Fahrgäste der Linie 35 nicht zum Lindenberg, sondern nach Lohfelden zum Umstieg auf die Linie 37 fahren.

Für Kaufungen und Nieste: Hier fährt die Linie 34, aber die Tram entfällt. Umsteigemöglichkeiten von der Linie 34 in Staufenberg auf die Linie 32 bestehen nur begrenzt.

Für Niestetal und Staufenberg: Hier fahren alle Buslinien. Von der Linie 30 muss am Platz der Einheit auf die Linien 32 oder 37 umgestiegen werden. Im Spätverkehr entfällt der Anschluss am Platz der Einheit.

Für Fuldatal:  Hier fahren die Buslinien nach Plan, jedoch enden sie an der Ihringshäuser Straße ohne Anschluss, da die Trams nicht fahren. Es wird empfohlen, am Bahnhof Ihringshausen auf die Cantus-Züge umzusteigen.

Für Vellmar:  Hier fahren die Buslinien 41, 43, 44 und 48. Allerdings entfällt die Tram. Es wird empfohlen die Züge und Regiotrams in Obervellmar und Niedervellmar zu nutzen, beide Bahnhöfe sind mit den Bussen erreichbar.

Für Espenau: Hier fahren Regiotram und Busse. Jedoch entfällt bei der Linie 47 die Anschlussmöglichkeit mit der Tram 1. Daher sollten Fahrgäste zum Bahnhof Mönchehof fahren oder nach Schäferberg, wo auf die Linie 100 umgestiegen werden kann, die bis nach Kassel fährt.

• Für Calden: Hier fahren alle Busse und die Regiotram in Fürstenwald. Fahrgäste können auch gut mit der Linie 100 bis nach Kassel kommen.

Für Ahnatal:  Hier fahren alle Busse, Züge und Regiotrams. Bei der Linie 48 kann jedoch in Vellmar und an der Ihringshäuser Straße nicht mehr die Tram genutzt werden.

Für Habichtswald: Hier fährt die Linie 110, die Linie 22 fährt nicht. Fahrgäste sollten die Linie 110 bis Bahnhof Wilhelmshöhe nutzen und dort in die Züge, Regiotrams oder die Buslinien 52, 100 und 500 umsteigen. (bon)

Bilder vom Protestmarsch

Warnstreik in Kassel: Protestzug vom KVG-Betriebshof

Warnstreik in und um Kassel

Warnstreik in Kassel: Protestzug und Kundgebung vorm Rathaus

Öffentlicher Dienst: Wer verdient was?

Gehalt richtet sich nach der Berufserfahrung

Die Vergütung der Beschäftigten der Kommunen ist in 15 Entgeltgruppen (je nach Tätigkeitsfeld / Qualifizierung) organisiert. Ihre Bezahlung richtet sich zudem nach ihrer jeweiligen Erfahrungsstufe, die sich an den Dienstjahren orientiert. So ist der Aufstieg von Grundstufe 1 auf 2 nach einem Jahr, von Stufe 2 auf 3 nach weiteren zwei Jahren, von Stufe 3 auf 4 nach weiteren drei Jahren usw. vorgesehen.

Jens Ahäuser, Tarifkoordinator für den öffentlichen Dienst bei Ver.di Hessen, gibt einen Überblick über die Gehaltsstruktur in den unterschiedlichen Berufsgruppen.

Busfahrer: Je nach Dienstjahren liegt ihr Gehalt (jeweils brutto) zwischen 1880 Euro und 2469 Euro.

Kita-Erzieher: Je nach Berufserfahrung liegt ihr Gehalt (brutto) zwischen 2221 Euro und 3118 Euro.

Müllwerker: Je nach Berufsjahren liegt ihr Gehalt (brutto) zwischen 1875 Euro und 2359 Euro (höherer Verdienst in Leitungsfunktionen).

Verwaltungsangestellte: Je nach Dienstjahren liegt ihr Bruttogehalt zwischen 2280 Euro und 2934 Euro. Dies gilt allerdings nur für Verwaltungsangestellte, die vor 2005 angestellt wurden. Wer danach angestellt wurde, verdient weniger.

Sozialarbeiter: Sie verdienen je nach Berufsjahren zwischen 2504 Euro und 3756 Euro (brutto).

Kanalfacharbeiter: Er verdient zwischen 1906 Euro und 2459 Euro (brutto).

Krankenpflegepersonal: Je nach Dienstjahren liegt das Gehalt zwischen 2134 Euro und 2798 Euro (brutto).

IT-Verantwortliche: Je nach Berufserfahrung liegt ihr Gehalt zwischen 2758 Euro und 4062 Euro (brutto).

Leiter kommunaler Betriebe (Kasselwasser, Stadtreiniger): Diese erhalten je nach Erfahrung zwischen 3962 Euro und 5862 Euro (brutto). (bal)

Radio-HNA-Reporter Janosch Lenhart berichtet vom Streik

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