Stadt: Land will sich nicht festlegen, Land: Unterlagen der Stadt sind nicht vollständig

Hickhack um Videowand im Auestadion: Ist das Projekt gescheitert?

Davon träumen Leichtathletik- und KSV-Fans: Eine feste Videowand wird es offenbar nicht im Auestadion geben. Differenzen beziehungsweise Kommunikationsprobleme zwischen Stadt und Land scheinen dafür ursächlich zu sein. Fotomontage: Koch  

Kassel. Alle wollten sie angeblich: eine feste Videowand fürs Kasseler Auestadion. Die Stadt Kassel, das Land Hessen, der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) und der KSV Hessen Kassel. Trotz dieser Einigkeit scheint das 400.000-Euro-Projekt gescheitert zu sein.

Grund sind offenbar Differenzen beziehungsweise Missverständnisse zwischen Stadt und Land. Bis zu den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Juli könne die feste Videowand nicht mehr gebaut werden, weil mittlerweile die Ausschreibungsfristen abgelaufen seien, sagt Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD).

Die Stadt hatte beim Land einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro beantragt, um die feste Videowand finanzieren zu können. Mündlichen Anfragen zufolge würde solch eine Wand, die in der Südkurve des Stadions installiert worden wäre, zwischen 400.000 und 470.000 Euro kosten, sagt Kaiser.

Lesen Sie auch:

Videowand fürs Auestadion?

Grundsätzlich habe das Land seine Bereitschaft erklärt, sich an den Kosten zu beteiligen. Allerdings habe das Ministerium des Inneren und für Sport bis heute nicht mitgeteilt, in welchem Umfang man sich finanziell an diesem Projekt beteiligen wolle. „Ich darf nur etwas beginnen, wenn die Finanzierung gesichert ist“, sagt der Bürgermeister. Mit Blick auf die Meisterschaften im Juli seien die Kaufpläne vorerst auf Eis gelegt und der Deutsche Leichtathletik Verband damit beauftragt worden, sich um die Anmietung einer mobilen Videowand zu kümmern.

Die Stadt geht davon aus, dass die Miete solch einer Wand für zwei Tage zwischen 30.000 und 50.000 Euro kosten wird. Dieses Geld hätte die Stadt natürlich lieber in den Kauf einer Videowand investiert. Allein hätte sich die Stadt eine feste Installation nicht leisten können. „Das Land hätte uns zwischen 180.000 und 200.000 Euro dafür geben müssen“, sagt Kaiser. Zudem habe sich der KSV Hessen Kassel mit 50.000 Euro beteiligen wollen. Das bestätigt KSV-Präsident Jens Rose.

Das Land will sich jedoch nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen. Nach Angaben von Prof. Dr. Heinz Zielinski, Ministerialdirigent im Ministerium, fehlten noch Unterlagen der Stadt, um sich auf einen genauen Landeszuschuss festlegen zu können. Man warte in Wiesbaden nach wie vor auf einen Finanz- und Lageplan, eine Baugenehmigung und eine Bestätigung des städtischen Anteils.

„Wir können erst prüfen, wenn alle Unterlagen vorliegen“, sagt Zielinski. „Uns ist aber bewusst, dass die Stadt mindestens 180.000 Euro von uns benötigt, um das Projekt finanzieren zu können.“ Man habe der Stadt zudem mitgeteilt, dass sie mit dem Bau beginnen könne, bevor der Förderbescheid vorliege. Dies würde nicht - wie sonst üblich - die Fördersumme senken, sagt der Ministerialdirigent. Im Ministerium habe man übrigens erst durch die HNA erfahren, dass die Stadt die Videowand nicht mehr bauen will.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.