Intelligente Beleuchtung: Uni erhält 470.000 Euro für Entwicklung

Steuerung über das Smartphone: Längst lässt sich mit den Geräten nicht nur telefonieren. Die Forscher der Uni Kassel wollen Smartphones einsetzen, um die Beleuchtung in Wohnhäusern zu regulieren. Foto: Uni Kassel

Kassel. Der Lichtschalter wird über kurz oder lang zum Auslaufmodell. Zumindest dann, wenn die Forschung an der Uni Kassel an einer automatisierten Lichtsteuerung im Haushalt die erhofften Erfolge bringt.

Am Lehrstuhl für Kommunikationstechnik (ComTec) entwickeln Kasseler Wissenschaftler einen Licht-Butler, der erkennt, was der Bewohner tut und automatisch für das richtige Licht sorgt. So sollen Energie und Kosten gespart werden. Die Entwicklung ist Teil eines bundesweiten Forschungsprojekts.

Aufgabe der Kasseler Forscher ist es zum einen, die Benutzersteuerung des Systems, die mit jedem Smartphone möglich sein soll, zu gestalten. Trotz der automatischen Anpassung von Helligkeit und Lichtfarbe sollen Bewohner jederzeit die Möglichkeit haben, individuell einzugreifen. Dazu soll eine entsprechende App (Hilfsprogramm) fürs Smartphone entwickelt werden.

Eine weitere Herausforderung für die Kasseler ist es, das System so schlau zu machen, dass es die Lebensgewohnheiten des Bewohners erkennt und dessen aktuelles Verhalten - zum Beispiel auf dem Sofa lesen, in der Küche arbeiten oder sich ins Bett legen - richtig interpretiert.

Damit das gelingt, findet eine Vernetzung mehrerer Funksensoren statt. Diese sind zum einem fest im Haushalt integriert – etwa am Fenster, um den Lichteinfall zu messen. Diese Sensoren sollen energieunabhängig sein, etwa durch kleine Solarfelder.

Zum anderen sollen aber auch die Sensoren im Smartphone genutzt werden, von denen bereits jetzt etliche in jedem gängigen Modell eingebaut sind. Die mobilen Geräte haben bereits viel Sensorik. Mit deren Hilfe ließe sich über das Smartphone erkennen, wo sich der Nutzer befindet, ob Fernsehgeräusche zu hören sind.

Daten werden interpretiert

„Auf Basis solcher Daten könnte dann automatisch das Licht reguliert werden“, sagt Immanuel König, der das Projekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter begleitet. Geleitet wird die Forschung von Prof. Klaus David.

Ziel ist es, die Beleuchtung so angenehm und effizient wie möglich zu gestalten und auf diese Weise noch Energie zu sparen. Dabei sollen die individuellen Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigt werden. So ließe sich für ältere Menschen etwa im System festlegen, dass der Weg zur Toilette nachts immer ausgeleuchtet ist.

In einem zweiten Schritt soll dieses intelligente Beleuchtungssystem auf die Heizung übertragen werden. Das dreijährige Projekt wird mit 2,4 Mio. Euro vom Bundesbildungsministerium gefördert. An die Uni Kassel fließen davon 470 000 Euro. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut IIS/EAS in Dresden sowie weitere Firmen - darunter Telefunken und Enocean.

Von Bastian Ludwig

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