VfL Kassel feiert am Wochenende sein 125-jähriges Jubiläum – 1150 Mitglieder feiern

125 Jahre VfL Kassel: Hier lernte Weltmeister Karl-Heinz „Gala“ Metzner

Kirchditmold. Dieser Verein hat Weltmeister geboren: In seiner 125-jährigen Vereinsgeschichte hat der VfL Kassel einige Spitzensportler hervorgebracht – nicht nur den Fußballweltmeister von 1954, Karl-Heinz „Gala“ Metzner.

Am Wochenende werfen die 1150 Mitglieder aber nicht nur einen Blick in die bewegte Vereinsgeschichte. Auch die heutige Jugendarbeit wird präsentiert. Höhepunkt ist ein Festkommers am Samstag.

Gegründet wurde der Verein 1886, damals hieß er noch Turnverein Kirchditmold. 1917 kam es zur Fusion mit dem Kirchditmolder Fußballverein SV Hessen 09, und wieder schwitzen die Sportler unter einem neuen Namen: Turn- und Sportverein 1886. Dieser bezog sein Domizil am heutigen Standort Hochzeitsweg, wo die Mitglieder beim Sportplatzbau selbst Hand anlegten.

Star kam als Sechsjähriger

Die Liaison von Turnern und Fußballern war nicht von langer Dauer. 1924 beschloss die Deutsche Turnerschaft, dass Turner ihren Sport nicht gemeinsam mit Fußballern ausüben dürfen. Kurz darauf kam ein sechsjähriger Junge zu den Fußballern in Kirchditmold, der dort aus seinem Talent eine Karriere machen sollte: Kar-Heinz-Heinz Metzner, der unter dem Spitznamen Gala bekannt war.

Bruch zu Kriegsende

In der Zwischenzeit gingen Turner und Fußballer durch die Zerschlagung der Sportverbände ab 1933 wieder einen gemeinsam Weg – nun unter dem Namen Turn- und Sportverein 1886/09. Kurz vor dem Krieg wurde Metzner von Bundestrainer Sepp Herberger in den Nachwuchskader berufen. Doch dann kam der Krieg, und der spätere Fußballweltmeister wurde verwundet. Zu einem heftigen Bruch kam es nach dem Krieg auch im Verein, als die Militärregierung alle Sportvereine auflöste.

Erst nach zweijähriger Zwangspause ging es weiter: 1947 gründete sich der Verein neu, jetzt als VfL 1886 Kassel. Und auch Metzner war wieder dabei. Bis 1949 kickte er für Kirchditmold, anschließend beim KSV. 1954 gehöre er zum WM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft und war auch beim Finale in Bern dabei. Zum Einsatz kam er aber nicht.

Metzner, der 1994 starb, ist aber nicht der einzige Weltmeister in der Vereinsgeschichte. Im Herbst 2007 wurden Clivia Manschwetus und Petra Hartinger Weltmeisterinnen in der Disziplin Synchron-Taekwondo.

Neben Taekwondo und Fußball hat der VfL eine Gymnastikabteilung. Ein Schwerpunkt des Vereins ist die Jugendarbeit: Die Hälfte aller 568 Mitglieder sind unter 18 Jahre alt. Zu den Höhepunkten des Vereinsjahres gehört das seit Jahrzehnten ausgerichtete internationale Pfingstturnier für C-Jugendmannschaften.

Von Bastian Ludwig

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