Mit dem Westendturm entstand in Kassel das erste Hochhaus seit vielen Jahren

Neues Wohnhochhaus für Kassel: Bewohner ziehen im Oktober ein

Traumhafte Ausblicke: Von der Terrasse des Staffelgeschosses aus können die Bewohner fast die gesamte Stadt überblicken. Unser Bild zeigt den Blick in Richtung Innenstadt. Im Hintergrund sind das Brandkassen-Hochhaus und die Kirche St. Familia zu sehen.
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Traumhafte Ausblicke: Von der Terrasse des Staffelgeschosses aus können die Bewohner fast die gesamte Stadt überblicken. Unser Bild zeigt den Blick in Richtung Innenstadt. Im Hintergrund sind das Brandkassen-Hochhaus und die Kirche St. Familia zu sehen.

Kassel – Die bescheidene Kasseler Skyline ist durch Hochhäuser geprägt, die vor allem in den 60er- und 70er-Jahren entstanden sind. Doch nun wird sie um ein Gebäude reicher. Der Westendturm an der Westendstraße ist das erste Hochhaus, das in Kassel seit vielen Jahren gebaut wurde. Im Oktober ziehen die ersten Bewohner in den 37 Meter hohen Wohnturm ein. Die GWH Bauprojekte hat in den Neubau 13 Millionen Euro investiert.

Dass es sich bei dem Projekt um ein Objekt im Luxussegment handelt, daraus macht Christian Wedler, Geschäftsführer der GWH Bauprojekte, keinen Hehl. In dieser zentralen Lage und bei den dortigen Bodenpreisen sei öffentlich geförderter Mietwohnungsbau nicht realisierbar. Den errichte die GWH an anderer Stelle. Deshalb könne er die Debatten um die Gentrifizierung – also die Verdrängung der ansässigen Bevölkerung durch wohlhabendere Schichten – nicht so recht verstehen.

Und so werden in die 21 Eigentumswohnungen des Westendturms Menschen einziehen, die sich den Komfort – um die 4000 Euro kostete der Quadratmeter – leisten können. „Alle Einheiten sind verkauft. Ein Käufer arbeitet in New York“, sagt Wedler und ist auf die internationale Bewohnerschaft etwas stolz. Die meisten der Käufer wollten selber einziehen, aber einige Wohnungen seien auch als Kapitalanlage erworben worden. In den Gewerberäumen im Erdgeschoss wird ein Friseur eröffnen.

Zwei Jahre hat der Bau des Hauses mit insgesamt 13 Geschossen gedauert. Kosten- und Zeitplan seien weitestgehend eingehalten worden, so GWH-Projektleiter Michael Zöltzer. Ursprünglich war mit elf Millionen Euro geplant worden.

Die GWH hat in jüngerer Zeit nur beim Goetheturm am Aschrottpark auf das Konzept des Wohnhochhauses gesetzt. Der 2006 fertiggestellte Goetheturm ist aber deutlich kleiner. „Deutschlandweit gibt es wegen der Verdichtung in den Großstädten zwar einen Trend zu Wohnhochhäusern, aber in Kassel wird es so etwas nur in Ausnahmen geben. An dieser Stelle hatte es sich wegen der umliegenden Bebauung angeboten“, sagt Wedler.

Ansicht aus der Motzstraße: Einige Anwohner hatten im Vorfeld Kritik am Wohnturm geübt, weil er nicht in das bauliche Umfeld passe.

Der Geschäftsführer verweist neben dem aktuellen Engagement im Luxusbereich aber auch auf die zahlreichen GWH-Projekte im öffentlich geförderten Mietwohnungsbau. Aktuell entstünden solche Neubauten im Feldlager in Harleshausen – in Helleböhn seien erst kürzlich fast 100 Sozialwohnungen fertiggestellt worden. Weitere seien auf dem Jordan-Areal geplant. „Ein Drittel des neu geschaffenen Wohnraums haben wir zuletzt im frei finanzierten Bereich realisiert, zwei Drittel sind öffentlich gefördert“, so Wedler. Es stehe jedem Bauherr frei, Sozialwohnungen zu erstellen. „Es kann nicht sein, dass allein die Wohnungsbaugesellschaften dort tätig werden.“ (Bastian Ludwig)

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